Republik will Wandlungsrecht bei Bawag

24. Juni 2009, 17:30
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Aktionär Cerberus wehrt sich - Verhandlungen um Staatspaket ziehen sich

Wien - Die Aufnahme von staatlichem Partizipationskapital durch die Bawag gestaltet sich etwas sperrig. David Roberts, Chef der Bank, die fast zur Gänze dem US-Fonds Cerberus gehört, hat Ende April den Inhalt des Staatspakets so beschrieben: 550 Mio. Euro PS-Kapital, die zu 30 Prozent privat platziert werden sollen (Zinssatz: acht Prozent), zudem soll der Bund Garantien von 400 Mio. Euro übernehmen. Cerberus soll 205 Mio.Euro einschießen.

Doch bis jetzt ist das Paket nicht zugeschnürt, die Einigung auf Basis der Grundsatzvereinbarung vonEnde April fehlt noch. In den Gesprächen mit dem Bund (unter Federführung von Finanzministerium und Finanzprokuratur) dürfte es sich an weitergehenden Wünschen der Vertreter der Republik spießen.

Selbige sollen nämlich auf ein Wandlungsrecht des Staates bestehen - also das Recht, bei Nichterfüllung der Verpflichtung (Stichwort: Zinszahlungen) als Aktionär einzusteigen. Eine Vorstellung, für die sich Cerberus gar nicht erwärmen mag, wie es heißt. Erste Bank und Raiffeisen haben das Wandlungsrecht verhindern können; bei der Kärntner Hypo Alpe Adria hat der Staat das Wandlungsrecht.

Das Problem der Bawag: Sie sitzt auf einem hohen Berg giftiger Papiere, deretwegen 2008 rund 870 Mio. abgeschrieben wurden. (Renate Graber, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.6.2009)

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