Erholung für Luchs & Co

24. Juni 2009, 16:40
2 Postings

"Das grüne Band Europas"

Feuchte Wiesen, Weiden, Moor und Ödland liebt es, das Braunkehlchen. Anders als etwa das Rotkehlchen zählt der kleine Vogel in Deutschland zu den gefährdeten Arten, denn intensive Grünlandnutzung hat den Bodenbrüter seiner Nahrungsquellen und seines Lebensraumes beraubt. Mit dem Schutz des Braunkehlchen verknüpft sich ein Name besonders: Kai Frobel.

Aufgewachsen an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze zu Thüringen, unternahm der Naturschützer immer wieder Erkundungen ins Grenzgebiet und durch den "kleinen Grenzverkehr" auch nach "drüben". Frobel stellte fest, dass nicht nur das selten gewordene Braunkehlchen an diesem Grenzstreifen zwischen Ost und West zu finden war, sondern sich über die Jahre des Kalten Kriegs auch andere Vögel, Amphibien und Pflanzen nahezu ungestört entfalten konnten. Aus seinen Exkursionen entstand nach dem Fall der Mauer das Projekt "Todesstreifen-Lebenslinie" und die Initiative "Grünes Band".

Inzwischen ist das "Grüne Band" über 8500 Kilometer lang, denn das noch heute von Frobel geleitete Naturschutzprojekt reicht heute vom Eismeer im Norden Norwegens bis zum Schwarzen Meer an der Grenze zur Türkei. Das Grüne Band Europas, die erste Präsentation im neuen Zubau des Linzer Schlossmuseums, stellt nicht nur Protagonisten wie Frobel, das Braunkehlchen oder den fast ausgestorbenen Luchs vor, sondern die vielfältigen Landschaften sowie bisherige und zukünftige Projekte. Vertiefendes Wissen liefern Workshops und Exkursionen für Erwachsene wie Kinder. (Anne Katrin Feßler/DER STANDARD, Printausgabe, 25. 6. 2009)

Bis 10. Jänner 2010

Share if you care.