Gemeinderat lehnt U2-Station ab

24. Juni 2009, 16:28
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Hauptbahnhof sei durch U1 ausreichend an das U-Bahn-Netz angebunden - Als Verbindung zwischen U1 und U2 wird die Errichtung einer Standseilbahn geprüft

Wien - Der Wiener Gemeinderat hat am Mittwoch die Anbindung des neuen Wiener Hauptbahnhofs an die U2 abgelehnt. Die mit absoluter Mandatsmehrheit ausgestattete SPÖ stimmte einem entsprechenden Antrag der ÖVP nicht zu. Der Hauptbahnhof, so wurde von der SPÖ-Fraktion versichert, sei durch die U1 ausreichend an das U-Bahn-Netz angebunden.

Die Debatte um den U-Bahn-Anschluss des künftigen Hauptbahnhofes, der ab 2012 (Teilinbetriebnahme, Anm.) den heutigen Südbahnhof ersetzen wird, läuft bereits seit den ersten Planungsschritten. Doch während die U1 den Südbahnhof nicht angefahren hat, rückt der Hauptbahnhof an die Station "Südtiroler Platz" heran.

Standseilbahn als Verbindung

Die U2 existiert in diesem Gebiet vorerst nur als Ausbauvariante. Ziemlich sicher scheint jedoch, dass sie den Bahnhof nicht direkt anfahren, sondern das Stadtentwicklungsgebiet im Süden erschließen wird. Als Verbindung zwischen U1 und U2 wird die Errichtung einer Standseilbahn - auch "Cableliner" oder "People Mover" genannt - geprüft.

"Wird der Bahnhof nicht an eine zweite U-Bahn-Linie angebunden, droht der U1 die Überlastung", kritisierte ÖVP-Gemeinderat Gerstl. Die U2 könne durchaus auch einen Bogen zum Hauptbahnhof machen - und trotzdem die derzeit geplante Endstation "Gudrunstraße" anfahren. Auch ein Ast der U6 - von der Station "Gumpendorfer Straße" weg - ist für den ÖVP-Politiker denkbar.

Grüne bezweifeln Sinnhaftigkeit eines Cablelines

Die Grünen bekräftigten ihren Vorschlag, statt einem Cableliner unterirdische Rollbänder zu installieren. Die Sinnhaftigkeit eines Cableliners bzw. People Movers sei nämlich zu bezweifeln, befand Grün-Gemeinderätin Puller. Das Projekt sei teuer und ineffizient.

Als einzige Oppositionspartei pflichtete die FPÖ der SPÖ bei. Dementsprechend wurde auch jenes Geschäftsstück, an das sich die heutige Hauptbahnhof-Debatte anlehnte, mit den Stimmen der SPÖ und der FPÖ beschlossen. (APA)

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