Sofias Außenministerium blockiert

24. Juni 2009, 16:20
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Populisten protestieren gegen Wahllokale in der Türkei

Sofia - Mitglieder und Anhänger der Partei "Ordnung, Gesetz, Sicherheit" haben Mittwoch früh das Außenministerium in Bulgarien blockiert. Sie protestierten so gegen die Entscheidung 127 Wahllokale für Aussiedler in der Türkei für die bulgarische Nationalwahlen am 5. Juli zu öffnen.

Die Demonstranten bildeten gemeinsam mit anderen politischen Parteien einen Protestzug. Mit dabei waren auch die gemäßigten Nationalisten (VMRO) sowie der Agrarvolksbund (Bauernbund). Sie blockierten die Straßen um das Ministerium und stifteten ein Verkehrschaos.

Antitürkische Parolen

Der selbsternannte Korruptionsbekämpfer und Parteiführer von "Ordnung, Gesetz, Sicherheit" Jane Janew rief Parolen, die aufforderten, den Vorsitzenden der türkischen Minderheitpartei DPS (Bewegung für Rechte und Freiheiten) Achmed Dogan aus dem Land zu jagen. Am Dienstag hatte "Ordnung, Gesetz, Sicherheit" die Idee geboren, die Grenze zur Türkei für die Wahlen zu besetzten, um so Auslandsbulgaren bei der Anreise aus dem Nachbarland zu stoppen.

Die Internetausgabe Mediapool.bg erinnerte daran, dass bei den Parlamentswahlen im 2005 über 40.000 Leute ihre Stimmen in der Türkei abgegeben haben, fast ausschließlich für die DPS. Wegen doppelter Staatsbürgerschaften und der Tatsache, dass die Wohnsitzregister nicht vernetzt sind, kam es immer wieder zu doppelten Stimmabgaben von Aussiedlern, die als "Wahltouristen" bekannt wurden. (APA)

 

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