Iran bestreitet Sperre für Fußballer, die grüne Armbänder trugen

25. Juni 2009, 15:24
51 Postings

Mehrere Sportler trugen bei WM-Qualifikationsmatch in Südkorea grünes Band der Protestbewegung

Bochum - Der iranische Nationalstürmer Vahid Hashemian hat Medienberichte über Sanktionen des iranischen Fußballverbandes wegen einer politischen Protestaktion zurückgewiesen. Dem 33 Jahre alten Profi sei weder der Pass abgenommen worden noch wisse er von einem Spielverbot, wird Hashemian auf der Internetseite seines Bundesliga- Clubs VfL Bochum am Donnerstag zitiert.

Er sei nach dem Länderspiel gegen Südkorea in der vergangenen Woche nach München gereist. "Allerdings habe ich von keinem meiner Teamkollegen gehört, dass ihm der Pass abgenommen wurde", sagte Hashemian. Auch Mitspieler Mehdi Mahdavikia ist wieder in Deutschland, sein Club Eintracht Frankfurt hatte allerdings noch keinen Kontakt zu ihm.

Sechs iranische Spieler, unter ihnen Mahdavikia und der frühere Bayern-Spieler Ali Karimi, waren in dem WM-Qualifikationsspiel in Seoul mit grünen Armbändern aufgelaufen. Grün ist die Farbe des iranischen Oppositionsführers Mir-Hossein Moussavi, dessen Anhänger eine Neuaustragung der Präsidentschaftswahl erreichen wollen.

Die englische Zeitung "The Guardian" hatte mit Verweis auf die regierungsfreundliche Zeitung "Iran" berichtet, Hashemian, Mahdavikia, Karimi und Hossein Kaabi seien suspendiert worden und die Teammitglieder hätten nach der Ankunft in Teheran ihre Pässe nicht zurückerhalten.

Hashemian erwägt Rückzug

"Von einer lebenslangen Sperre habe ich nur aus den Medien erfahren, niemand hat mit mir gesprochen", meinte Hashemian. Der 36-fache Bundesliga-Torschütze will sich in den kommenden Tagen Gedanken über eine Fortsetzung seiner Nationalmannschaftskarriere machen. "Ich bin jetzt 33 Jahre alt, bei den nächsten Pflichtspielen wäre ich 35 - wahrscheinlich macht es dann keinen Sinn mehr", erklärte er.

Der Chef des iranischen Fußballverbandes wies die Berichte, Spieler der Nationalmannschaft seien bestraft worden, weil sie die Farben Moussavis trugen, mit folgenden Worten zurück: "Die Kommentare der ausländischen Medien sind nichts als Lügen und ein boshafter Akt", zitierten iranische Medien Ali Kafashin. (APA/dpa)

Filmtipp

Jafar Panahis Spielfilm "Offside" (2006) spielt am Rande des entscheidenden Fußballländerspiels der iranischen Nationalmannschaft zur Qualifikation zur Fußballweltmeisterschaft 2006. Einen Trailer finden Sie hier.

Link

The Guardian: Iran bans election protest footballers

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Am Rande des Qualifikationsspiels gegen Südkorea kam es zu Auseinandersetzungen zwischen iranischen Fans.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Gruppenbild vor dem Anpfiff. In der Halbzeitpause nahmen alle Spieler außer Mahdavikia die Armbänder ab.

Share if you care.