30 Jahre ÖVI

24. Juni 2009, 15:55
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Mit aktuell 420 Mitgliedern feiert der Verband der Immobilien­treuhänder seinen "Runden"

Mit einem Immobilien-Symposium und einem Festakt feiert der Österreichische Verband der Immobilientreuhänder (ÖVI) dieser Tage sein 30-jähriges Bestehen.

Gegründet zur Qualitätssicherung und zum "netzwerken" von Immobilienmaklern, sei dies 1979 quasi eine "Revolution" gewesen, weil damals noch niemand von "Networking" gesprochen habe, zogen Präsident Udo Weinberger und Geschäftsführer Anton Holzapfel am Mittwoch ein kurzes Resümee über 30 Jahre Verbandsarbeit.

420 Mitglieder

Meilensteine in der Entwicklung des ÖVI, der "größten freiwilligen Interessensvertretung der Immobilienberufe in Österreich", seien etwa die Gründung der ÖVI-Immobilienakademie sowie die Schaffung eines Ehrenkodex und eines Clearingverfahrens als Qualitätssicherungsinstrument gewesen. Heute zählt der ÖVI 420 Immobilienunternehmen, Makler, Verwalter, Bauträger und Sachverständige zu seinen Mitgliedern, allein im vergangenen Jahr habe man 30 Neuzugänge verzeichnen können, so Weinberger. Auch die internationale Vernetzung des Verbands könne sich sehen lassen, derzeit werde mit Margret Funk sogar die Präsidentin des Europäischen Maklerverbandes CEI aus den Reihen des ÖVI gestellt.

Holzapfel skizzierte die derzeit aktuellen Fragen der Immobilienwirtschaft, vorrangiges Thema ist dabei das Immobilienrecht. Durch häufige Änderungen und sogar Eingriffe in bestehende Verträge seitens des Gesetzgebers (etwa mit den "Mietrechtlichen Inflationslinderungsgesetzen") sei die Verunsicherung nach wie vor groß. Holzapfel sprach von einer "Sorglosigkeit des Gesetzgebers", wenn etwa die Wohnrechtsnovelle 2009 "ohne Begutachtungsverfahren durch's Parlament gepeitscht wird".

Deutsche wollen Wiener Zinshäuser

Auch eine Einschätzung zum Immobilienmarkt gaben Holzapfel und Weinberger am Mittwoch, und hier sei vor allem eines zu konstatieren, so die beiden unisono: "Die Krise spüren wir in Österreich noch kaum, es herrscht gerade nach Anlageobjekten eine sehr große Nachfrage." Ein verstärkter Trend in Richtung Direktinvestments sei zu beobachten, insbesondere Freiberufler, Selbstständige und Vermögende würden weiterhin ihre Veranlagungen von Wertpapieren in Immobilien umschichten. Am Wiener Zinshausmarkt bestehe zudem großes Interesse von Seiten deutscher Investoren.

Preisrückgänge habe es bisher noch in keinem Segment gegeben, auch nicht im Büromarkt, wo noch am ehesten die Krise zu spüren sei. Holzapfel räumte aber ein, dass noch nicht absehbar sei, wie sich die Wirtschaftskrise weiter entwickle. "Die weltweit steigende Arbeitslosigkeit könnte sich mit einiger Verzögerung voll auf die Realwirtschaft durchschlagen, und dies dann auch den Immobilienmarkt stark beeinflussen."

Das 30-jährige Jubiläum begeht der ÖVI mit einem Fachsymposium morgen, Donnerstag, und einem abendlichen Festakt in der Aula der Wissenschaften in Wien. (red)

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