Der Regelstreit im Jahr 2009

24. Juni 2009, 14:47
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Paris - Die Formel 1 bleibt, wie sie ist. Die acht in der FOTA vereinigten Rennställe Ferrari, McLaren-Mercedes, BrawnGP, BMW-Sauber, Renault, Toyota, Red Bull und Toro Rosso einigten sich am Mittwoch im langwierigen Streit um eine Kostenreduktion für die kommende Saison mit FIA-Präsident Max Mosley. Eine Chronologie des Konfliktes, der die Saison 2009 begleitet:

17. März: Der Motorsport-Weltrat der FIA beschließt für die Saison 2010 die Einführung einer freiwilligen Budgetobergrenze.

24. April: Vor dem Bahrain-Grand-Prix fordert Mosley die Teams auf, eine für sie akzeptable Budgetregelung vorzuschlagen.

29. April: Der Motorsport-Weltrat erhöht das Etatlimit von 30 auf 40 Millionen Pfund, legt die Details der Regel fest und präzisiert Ausnahmen. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hatte den Beschluss per Veto vergeblich zu verhindern versucht.

12. Mai: Ferrari droht nach einer Vorstandssitzung mit einem Rückzug aus der Formel 1, wenn die neuen Regeln umgesetzt werden. Tags zuvor hatte Dietrich Mateschitz eine Anmeldung seiner Teams Red Bull und Toro Rosso für 2010 unter dem geplanten Reglement ausgeschlossen.

13. Mai: Auch Renault will aussteigen, wenn die Regeln so bleiben.

15. Mai: Ergebnisloser Krisengipfel in London. Ferrari will bei einem Pariser Gericht eine Einstweilige Verfügung gegen die Regelreform erwirken.

20. Mai: Das zuständige Pariser Gericht weist den Antrag auf Einstweilige Verfügung ab.

22. Mai: Krisengipfel in Monte Carlo. Nach stundenlangen Beratungen gehen FOTA und Mosley ohne Ergebnis auseinander.

25. Mai: Die Rennställe fordern einen Aufschub des neuen Regelwerks. Williams schert aus der FOTA aus und schreibt sich vorbehaltlos und als erstes der zehn aktuellen Teams für 2010 ein.

27. Mai: Wegen seiner Nennung für 2010 wird Williams aus der FOTA ausgeschlossen.

29. Mai: Am letztmöglichen Tag schreiben sich die FOTA-Rennställe ein - geknüpft an zwei Bedingungen: Ein neues Concorde Agreement muss bis zum 12. Juni unterschrieben sein, gefahren werden muss 2010 zudem unter denselben Regeln wie 2009.

3. Juni: Mosley nennt die FOTA-Bedingung nach einem neuen Concorde Agreement bis 12. Juni "unrealistisch".

5. Juni: Es wird bekannt, dass sich auch Force India ohne Bedingungen eingeschrieben hat. Nur noch acht Teams in der FOTA.

8. Juni: Mosley-Brief an die FOTA-Teams. Die Rebellen sollen ihre Bedingungen fallen lassen. Danach könne man die Regeln ändern.

12. Juni: Alle zehn aktuellen Teams stehen auf der insgesamt 13 Rennställe umfassenden Startliste für 2010, McLaren-Mercedes, BMW-Sauber, Renault, Brawn GP und Toyota allerdings unter Vorbehalt, der bis 19. Juni ausgeräumt sein soll. Ferrari, Red Bull und Toro Rosso glaubt die FIA durch Verträge langfristig an die Formel 1 gebunden.

13. Juni: Di Montezemolo: "Wir werden nicht an der nächsten Weltmeisterschaft teilnehmen, wenn die Regeln so bleiben und Ferraris Rechte nicht berücksichtigt werden."

15. Juni: FIA-Presseerklärung: "Es gibt eindeutig ein Element in der FOTA, das entschlossen ist, jegliche Einigung zu verhindern, ohne Rücksicht auf den Schaden, den dies auf den Sport haben könnte."

19. Juni: Die FOTA kündigt die Schaffung einer eigenen Rennserie an.

23. Juni: Mosley schwört in einem Brief an alle FIA-Mitglieder seine Gefolgschaft ein.

24. Juni: Mosley und die Teams finden in Paris eine Einigung zur Kostenreduktion. Der Brite tritt im Oktober nicht mehr zur Wiederwahl an. Mosley: "Nun haben wir Frieden."

 

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