OECD-Studie für Sozialministerium "nicht nachvollziehbar"

24. Juni 2009, 14:37
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Es würden "Äpfel mit Birnen verglichen" - Österreichisches System sei "stabil und sicher"

Wien - Die Studie der OECD zu den Pensionssystemen ist für Experten des Sozialministeriums "nicht nachvollziehbar". Demnach gibt Österreich innerhalb der 30 OECD-Länder nach Italien den größten Anteil seiner Wirtschaftsleistung für die Pensionen aus. "Hier werden eindeutig Äpfel mit Birnen verglichen", hagelte es am Mittwoch Kritik an der Studie. Bei Ländern mit einer starken ersten Pensionssäule wie Österreich würde der Eindruck vermittelt, sie würden das Geld für Pensionen aus dem Fenster werfen.

Berechnungsgrundlage nicht offengelegt

Tatsache sei, dass die OECD ihre Berechnungsgrundlagen nicht offenlege, hieß es aus dem Sozialressort von Minister Rudolf Hundstorfer (SPÖ). Sie wende ihr eigenes Modell an und hantiere "mit falschen Zahlen und falschen Vergleichen". "Es steht trotz dieser irreführenden OECD-Studie außer Frage, dass das österreichische staatliche Pensionssystem stabil und sicher ist, dass wir sorgsam und nachhaltig mit dem Geld der Versicherten umgehen und dass das staatliche System des Umlageverfahrens wesentlich krisenfester ist als das Kapitaldeckungsverfahren, das von den privaten Versicherern angewendet wird."

So gehe die OECD bei ihren Berechnungen der Ersatzrate offensichtlich von einem gesetzlich möglichen Maximalfall aus, der praktisch so gut wie nie eintritt, jedoch von Seiten der Organisation als Normalfall ausgegeben wird, lautet eine Gegenargumentation aus dem Sozialministerium. So liege die Ersatzrate nicht bei 80 Prozent - "wie von der OECD behauptet" - sondern nur bei 60,3 Prozent. Auch die "Behauptung", dass der Altersgruppe von Pensionisten zwischen 66 und 75 Jahren mehr in der Geldbörse bleibt als dem heimischen Durchschnittverdiener sei "Humbug", so die Experten.

Umlageverfahren krisenfester

Die OECD berechnet weiters, dass durch die krisenbedingten Verluste der privaten Pensionskassen im Durchschnitt der OECD-Staaten den Rentnern 5,4 Billionen Dollar - also rund das 15-fache des österreichischen BIP - verloren gegangen sind. "Dieses Beispiel bestätigt eindrucksvoll, dass das Umlageverfahren deutlich krisenfester ist als das Kapitaldeckungsverfahren, das im Falle einer globalen Wirtschaftskrise zwangsläufig zu großen Verlusten führen muss", so das Ministerium.

Weiters wurde als Beispiel für die "unlautere Vorgangsweise der OECD" angeführt, dass bei den Berechnungen zwar die Ausgaben für das staatliche Pensionssystem herangezogen wurden, nicht aber die Ausgaben für in vielen Staaten verpflichtende private Versicherungen. "Dadurch erwecken Staaten mit einer starken ersten Säule den Eindruck, sie würden viel mehr Geld in das Pensionssystem pumpen, als Staaten mit einer starken zweiten bzw. dritten Säule. Das ist natürlich irreführend, denn es kann durchaus sein, dass die Ausgaben ähnlich hoch sind, nur wurden sie in dem einen Land nicht zur Gänze erfasst in dem anderen schon." (APA)

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    Es hagelt Kritik am österreichischen Pensionssystem, das Sozialministerium nimmt es in Schutz.

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