Deutsche Telekom startet mit Mehrwertdiensten in Österreich

24. Juni 2009, 14:27
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Erstes Auslandsengagement der auf Servicerufnummern und Call Center-Dienste spezialisierten Tochter - Neuer Mitbewerber für Telekom Austria und atms

Die Deutsche Telekom macht mit ihrer Mehrwertdienste-Sparte einen ersten Schritt ins Ausland - und zwar nach Österreich. Als "Testmarkt" will der Branchenriese das kleine Nachbarland nicht verstanden wissen, die hierzulande gemachten Erfahrungen sollen aber Auswirkungen auf die nächsten Expansionsschritte haben. Die mit Jahresbeginn gestartete Deutsche Telekom Value Added Services Austria GmbH mit Sitz im T-Center in Wien will vor allem mit Servicerufnummern, Call Center- und Managed Services punkten, erklärte Ralph Ulmer, Geschäftsführer der Österreich-Tochter, bei einem Pressegespräch, heute, Mittwoch, in Wien.

"Es wird nicht so einfach, Marktanteile zu gewinnen. Denn wir sind in Österreich Einsteiger und nicht der Ex-Monopolist"

In Deutschland sei man klare Nummer eins in diesem Bereich, in Österreich liegt den Angaben zufolge derzeit die Telekom Austria mit etwas weniger als 50 Prozent Marktanteil vor der auf Kundendialoglösungen spezialisierten atms. "Es wird nicht so einfach, Marktanteile zu gewinnen. Denn wir sind in Österreich Einsteiger und nicht der Ex-Monopolist", so Ulmer, der aber keinen Preiskampf starten will. Insgesamt schätzt er den heimischen Markt für diese Kommunikationslösungen auf rund 260 Mio. Euro. In den kommenden drei bis vier Jahren sollen davon 10 Mio. Euro - nach einer Million im Startjahr - auf die DT-Tochter entfallen. In diesem Zeitraum werde man den Mitarbeiterstand von knapp zehn auf 15 bis 20 Personen aufstocken.

Zielgruppen

Rund 80 Prozent des Geschäfts würden derzeit mit Servicerufnummern und Managed Services erzielt, etwa 20 Prozent mit Konferenzlösungen. Bei letzteren sei in Deutschland ein deutlich zweistelliges Wachstum feststellbar, das Volumen im Bereich Servicenummern - in Österreich eine Milliarde Gesprächsminuten pro Jahr - stagniere hingegen. Als einen Grund dafür sieht Ulmer, dass beispielsweise im Versandhandel mehr über das Internet als per Telefon eingekauft werde. Als weitere Zielgruppen habe man Banken, Versicherungen und Call Center im Visier.

Organisatorische Überschneidungen mit der auf Geschäftskunden spezialisierten T-Systems und dem Mobilfunkbereich T-Mobile gebe es in Österreich keine. Allerdings werde bei Technik und Vertrieb zusammengearbeitet, so Ulmer. (APA)

 

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