dpa kündigt Überprüfung der Preise an

24. Juni 2009, 14:08
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ahresüberschuss 2008 kräftig gefallen - 2009 Verlust erwartet - Keine Kündigungswelle nach WAZ-Abschied

Die größte deutsche Nachrichtenagentur dpa hat angesichts der immer schärferen Medienkrise eine Überprüfung ihrer Preise angekündigt. Wie Geschäftsführer Michael Segbers am Mittwoch in Hamburg auf der Jahrespressekonferenz der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, werde die Preispolitik im Herbst einer Revision unterzogen. Ob es dann zu Preissenkungen kommen wird, sagte Segbers nicht, das sei "Spekulation".

Die dpa hatte schon im Jahr 2008 einen kräftigen Gewinneinbruch verkraften müssen: Der Jahresüberschuss fiel um 1,5 Mio. Euro auf 2,9 Mio. Euro. Der Umsatz stieg leicht auf 94 Mio. Euro. Für das Jahr 2009 erwartet die dpa laut Geschäftsführer Malte von Trotha einen Verlust "im mittleren einstelligen Millionenbereich". Ursache sind nach seinen Worten die Kosten des Umzugs der Zentralredaktionen nach Berlin und weitere Investitionen. Langfristig erwartet dpa wieder Gewinne.

Chefredakteur Wilm Herlyn machte klar, der für 2010 geplante Umzug von rund 200 Redakteuren aus Hamburg und Frankfurt nach Berlin solle keine Stellen kosten. "Wir nehmen jeden mit, der mitkommt", sagte Herlyn. Er ließ aber offen, ob alle Stellen wiederbesetzt werden, wenn sich Mitarbeiter gegen den Umzug entscheiden. Ein genauer Umzugstermin stehe noch nicht fest, auch der neue Standort in Berlin sei noch offen.

Segbers bedauerte, dass die Mediengruppe WAZ den Vertrag mit dpa zum 1. Jänner 2009 gekündigt hatte. "Das war ein Schlag", sagte er. Das habe aber keine Kündigungswelle anderer Kunden ausgelöst, sagte Segbers. (APA/AP)

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