Dekane fürchten ebenfalls Rücknahme der Autonomie

24. Juni 2009, 14:02
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Änderungen gehen "an wesentlichen Problemen der Universitätsorganisation vorbei"

Wien - Dekane der Universität Wien äußern in einer Aussendung am Mittwoch Befürchtungen, dass durch die in der Regierungsvorlage des "Universitätsrechts-Änderungsgesetzes 2009" vorgesehenen Neuerungen das Rad der Zeit zurückgedreht und "die Universitäten wieder stärker an die ministerielle Kandare" genommen werden können. Die geplanten Änderungen gingen an den wesentlichen Problemen der Uni-Organisation jedenfalls vorbei, so die Dekane.

Fixe Frauenquoten werden in dem Papier ebenso abgelehnt wie die Ernennung von habilitierten Assistenten auf Professorenstellen "ohne ernsthafte Leistungsnachweise". Stattdessen müsse wissenschaftliche Exzellenz das wichtigste Kriterium bei der Berufung sein. Trotz aller Diskussionen sei bisher ungeklärt, wie die finanzielle Ausstattung der Unis an internationale Standards herangeführt werden kann, wie viel Leistung eine Universität von den Studierenden verlangen darf.

In einem offenen Brief an die Nationalratsabgeordneten kritisieren Vertreter des UniversitätslehrerInnenverbandes (ULV), dass in der Novelle keiner einzigen Forderung des ULF Rechnung getragen werde. Die vorgesehenen Änderungen würden "in wesentlichen Punkten" nicht den betrieblichen Besonderheiten von Universitäten und "nur zum geringsten Teil" den dringenden Anliegen der Universitätslehrer entsprechen. Nicht zuletzt enthalte die Novelle personalrechtliche Regelungen, die im krassen Widerspruch zum "eben erst mühevoll abgeschlossenen Kollektivvertrag" stünden.

Vorsichtige Zustimmung zur Novelle signalisierten Universitätsrat, Rektor und Senat der Medizinischen Universität Graz. Das Gesetzeswerk könne zwar nicht alle Probleme der Universitäten lösen. Es werde aber versucht, "erkannte Reibungsflächen zu minimieren", neue Gestaltungsräume und mehr Fairness zwischen den universitären Gruppierungen zu schaffen. (APA)

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