Werbeausgaben sind 2008 noch einmal gestiegen

24. Juni 2009, 13:48

Fernsehdigitalisierung fast abgeschlossen - Zukunft von Digitalradio ist offen

2008 war vermutlich das vorerst letzte Jahr, in dem die Werbeausgaben gegenüber dem Vorjahr kontinuierlich gestiegen sind. 2,5 Mrd. Euro wurden 2008 brutto für Werbung ausgegeben - 2007 waren es 2,38 Mrd. Euro, so Alfred Grinschgl, Geschäftsführer der Rundfunk Regulierungsbehörde (RTR), am Mittwoch bei der Vorstellung des Kommunikationsberichtes. Wie in den Jahren zuvor heimste die Printbranche mit 60,7 Prozent den Löwenanteil ein.

Dass die Tageszeitungen und andere Printmedien einen so hohen Anteil an Werbeeinnahmen haben, sei - so Grinschgl - ein österreichisches Phänomen. In anderen Ländern habe das Fernsehen die Nase vorn. In Österreich entfallen lediglich 24,9 Prozent der Werbeausgaben auf die TV-Sender, 12,8 Prozent davon auf den ORF und 12,1 auf die privaten Veranstalter. Laut Grinschgl profitieren hier vor allem die deutschen Werbefenster.

Großer Zuwachs für Onlinewerbung

Den größten Zuwachs hatte im Vorjahr die Onlinewerbung, die von 65,2 auf 87,2 Mio. Euro um 33,8 Prozent anstieg. Die Pro-Kopf-Werbeausgaben lagen im Vorjahr bei 301 Euro und waren damit höher als etwa in Deutschland, wo sie mit 255 Euro beziffert werden. Das - als "Tagesbegleiter" - meistgenutzte Medium ist nach wie vor das Radio, auf das täglich 209 Minuten entfielen. Die Nutzung des Fernsehens blieb mit 158 Minuten stabil, Internet kam durchschnittlich auf 50 und die Tageszeitungen auf 30 Minuten.

Fernsehdigitalisierung fast abgeschlossen

Die Fernsehdigitalisierung ist laut Grinschgl nahezu beendet. 55 Prozent der Österreicher sehen bereits digital. 44 Prozent der TV-Haushalte, das sind 1,53 Millionen, empfangen das Programm über Digitalsatellit und 36 Prozent bzw. 1,26 Mio. nutzen analogen Kabelanschluss. Die Verbreitung des digitalen Kabels ist mit sechs Prozent noch relativ gering, sechs Prozent der Seher empfangen via analoge Satelliten. Fünf Prozent nutzen DVB-T und drei Prozent sehen noch immer analog terrestrisch fern. Ins Haus steht laut dem RTR-Chef eine zweite, verbesserte Version des digital-terrestrischen Fernsehens DVB-T 2. Der Umstieg auf die neuere Technik könnte in zwei bis drei Jahren erfolgen - die Kunden bräuchten dann allerdings auch wieder neue Empfangsgeräte.

Noch nicht absehbar ist die Zukunft von digitalem Radio. Grinschgl rechnet nicht damit, dass es sich "vor Mitte des nächsten Jahrzehnts" etablieren wird. Österreich wolle zunächst die Erfahrungen in anderen europäischen Ländern abwarten - offen ist zum Beispiel noch die Finanzierung von Digitalradio. (APA)

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1 Posting

Genial... jetzt sind wir 50 Jahre mit denselben Empfangsgeräten ausgekommen und nach der erfolgten Umstellung auf DVB-T will man den Leuten nach 3 Jahren bereits DVB-T2 unterjubeln.

Glücklicherweise haben die meisten besseren Fernseher bereits einen DVB-T2 Tuner eingebaut (oder es bedarf zumindest nur eines Firmwareupgrades). Aber im Prinzip ist das eine Frechheit.

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