Gichtdiagnose mit CT

24. Juni 2009, 18:00
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Gicht kann auch ohne Punktion des Gelenks zuverlässig diagnostiziert werden - mit Computertomographen mit zwei Röntgenröhren

Gicht ist die häufigste entzündliche Gelenkserkrankung. Sie wird durch Ablagerung von Harnsäurekristallen verursacht. Die Zahl der Erkrankten nimmt aufgrund unserer Ernährungsgewohnheiten laufend zu. Trotz deutlicher Symptome wie schmerzhafte, sichtbar geschwollene Gelenke ist Gicht schwer diagnostizierbar. Die klassischen bildgebenden Verfahren wir Röntgen, Ultraschall und MR reichen nicht aus. Sicherheit bringt derzeit erst der Nachweis von Harnsäureablagerungen im Gelenk, das dazu punktiert werden muss. Nun gibt es auch eine nicht-invasive Möglichkeit, bei der Computertomographie mit zwei Röntgenröhren eingesetzt wird. In Zusammenarbeit mit Siemens, die den bisher weltweit einzigen derartigen Computertomographen anbietet, entwickelten kanadische Wissenschafter einen Dual-Energy-Algorithmus zur Identifizierung von Harnsäureablagerungen.

Verschiedene Energien

Das kanadischer Team führte Aufnahmen mit unterschiedlichen Energien durch, um die Schwächungswerte von Harnsäureablagerungen zu ermitteln. Siemens verwendete diese Daten, um ein neues Dual-Energy-Protokoll für Gicht zu entwickeln. Der Software-Algorithmus für Gichterkennung basiert auf der Erkenntnis, dass die CT-Werte von Harnsäureablagerungen im Vergleich zu Kalzium niedriger sind, wenn Aufnahmen mit verschiedenen Energien (80 bzw. 140 Kilovolt) durchgeführt werden. Durch Farbkodierung lassen sich Harnsäureablagerungen (Natriumuratkristalle) auf dem klinischen CT-Bild erkennen: Sie werden zum Beispiel rot, andere Knochenformationen sowie Kalzium blau dargestellt.

  • Harnsäureablagerungen lassen sich durch Farbkodierung auf dem klinischen CT-Bild erkennen.
    foto: siemens

    Harnsäureablagerungen lassen sich durch Farbkodierung auf dem klinischen CT-Bild erkennen.

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