Fekter wirbt für Flüchtlings­lager

24. Juni 2009, 13:02
75 Postings

130 Jobs würden entstehen, wenn eine Gemeinde ein Erstaufnahme­zentrum bekommt - "500 verkaufte Semmeln pro Tag"

Wien  - Die Ausschreibung für eine weitere Erstaufnahmestelle für AsylwerberInnen ist gestartet. Gemeinden im südlichen Österreich können sich ab sofort bis September für die Errichtung eines Zentrums für rund 250 Asylsuchende bewerben. Das gab Innenministerin Maria Fekter am Mittwoch bekannt. 

"Krisenfest und konjunkturunabhängig"

Fekter wirbt mit den wirtschaftlichen Vorteilen des Flüchtlingslagers:  Rund 130 ständige Arbeitsplätze würden entstehen, die Wertschöpfung läge bei etwa fünf Millionen Euro, so Fekter: "Dieser Betrieb ist krisenfest und konjunkturunabhängig." So würden in Thalham etwa 500 Semmeln zusätzlich pro Tag verkauft. Weitere Vorteile: Schul- und Kindergartenstandorte könnten erhalten bleiben und eine Polizeistelle werde neu errichtet oder die bereits bestehende ausgebaut.

Bewerben können sich lediglich Gemeinden im Burgenland, der Steiermark oder in Kärnten.  Nieder- und Oberösterreich seien mit Traiskirchen und Thalham bereits ausgelastet, so das Innenministerium. 

"Es gab schon Interessenten"

Dass sich keine Gemeinde finden könnte, die das Erstaufnahmezentrum will, kann sich die Ressortchefin nicht vorstellen. Es habe ja bereits Interessenten gegeben. Warum diese nicht genommen wurden, begründete Fekter nur vage. Man wolle einen möglichst kostengünstigen Standort haben, hieß es. Auch die Frage, wie viele und welche Gemeinden sich bereits beworben hätten, konnte die Ministerin nicht beantworten.

Was das geplante Schubhaft-Zentrum betrifft, hofft Fekter weiterhin auf ein Umdenken von Leoben, das als Standort vorgesehen ist. Würde sich allerdings eine steirische Gemeinde für das Flüchtlingslager finden, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass das "Kompetenzzentrum für aufenthaltsbeendende Maßnahmen", wie das Schubhaftzentrum offiziell heißt, doch in einem anderen Bundesland entstehe.

Bunter Folder

Beworben wird die Erstaufnahmestelle mit einem knapp 20-seitigen Folder mit bunten Bildern und zahlreichen "Fragen und Antworten". Das Innenministerium versichert etwa, dass Asylwerber-Kinder nur dann in die Klassen integriert werden, wenn sie über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen.

Ende der Bewerbungsfrist ist im September. Nicht ausgeschlossen wurde, dass es zusätzliche Infrastrukturzuschüsse oder ähnliches für die Gemeinden geben könnte, wenn dies im Zusammenhang mit der Errichtung des Lagers steht. Möglichst noch heuer soll die Entscheidung fallen. Eröffnet werden soll das Erstaufnahmezentrum dann 2011. (APA)

 

 

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Will 250 Asylsuchende in den Süden Österreichs bringen: Fekter

Share if you care.