Drumetall schließt Standort in Gratwein

24. Juni 2009, 12:15
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Gitterrost-Produktion in der Steiermark wird eingestellt, Türen- und Zargenherstellung in Gänserndorf (NÖ) zusammengefasst

Graz - Der Hersteller von Gitterrosten, Türen- und Zargen in Gratwein nördlich von Graz, Drumetall, wird bis Jahresende 2009 seine Produktion schließen. Der Geschäftsführer des Mutterunternehmens Domoferm International GmbH, Albert Lindauer, bestätigte einen entsprechenden Bericht der "Kleinen Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe). Für die 136 betroffenen Mitarbeiter soll binnen drei Wochen ein Sozialplan ausgearbeitet werden. Begründet wurde die Stilllegung mit zu hohen Kapazitäten, zudem wolle man sich auch vom Gitterrost-Geschäft trennen.

Das Stilllegung werde laut Lindauer in Schritten erfolgen: Bis Ende Oktober soll die Produktion "relativ abgeschlossen" sein, im November dann die letzten Aufträge abgewickelt werden. Von den 136 betroffenen Mitarbeitern sind 22 Angestellte, die anderen Arbeiter. Mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft sei man wegen der Erstellung eines Sozialplanes in Verhandlung. Im Werk hält sich die Produktion von Türen- und Zargen bzw. von Gitterrosten ungefähr die Waage.

Langfristig solle die Herstellung von Gitterrosten nicht mehr zum Kerngeschäft gehören, sagte Lindauer. Zur Aufrechterhaltung der Konkurrenzfähigkeit wären massive Investitionen nötig gewesen. Deshalb werde man diesen Bereich einstellen, und einzelne Maschinen für die Tür- und Zargenherstellung nach Gänserndorf (NÖ) ins dortige Werk verlagern. Man habe zwar Kandidaten für eine Übernahme gesucht, aber letztlich sei niemand am Betriebsstandort interessiert gewesen. Die Drumetall gehört zur Novoferm GmbH, diese wiederum zur Domoferm International.

Der steirische AK-Rat Peter Scherz vom Gewerkschaftlichen Linksblock (GLB) erhob angesichts der angekündigten Schließung die Forderung nach einer "öffentlichen Beschäftigungspolitik". Diese wäre gefragt, "statt sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wie man die Banken bei guter Laune hält. Für die Leute gibt es immer weniger Arbeitsplätze, dafür sollen jene, die eine Arbeit haben, immer länger arbeiten. Das ist ein Widersinn. Deshalb fordern wir eine kräftige Arbeitszeitverkürzung und lehnen die Anhebung des Pensionsalters strikt ab." (APA)

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