Industrie bastelt an neuem Games-Kopierschutz

24. Juni 2009, 12:12
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"Projekt Lazarus" - Spiele müssen für Nutzung aktiviert werden

Die Entertainment Merchants Association (EMA), die in Nordamerika die Interessen der Home-Entertainment-Industrie vertritt, will sich zukünftig stärker dem Piraterieproblem innerhalb der Computer- und Videospielbranche annehmen. Wie der aktuellen Ausgabe der hauseigenen Publikation "Inside EMA" zu entnehmen ist, prüft man derzeit ein neuartiges Konzept, das die Branche vor weiteren wirtschaftlichen Verlusten, die durch die unautorisierte Nutzung und Diebstähle von Games entstehen, bewahren soll. Im Zentrum des Engagements steht dabei das sogenannte "Projekt Lazarus", dessen Ziel es laut EMA-Angaben ist, die Machbarkeit des Einsatzes eines neuen technischen Kopierschutzes für optische Spieldatenträger zu prüfen. Dieser sieht vor, dass Computer- und Videospiele vor ihrem Gebrauch erst durch einen speziellen Code aktiviert werden müssen, der erst nach erfolgter Bezahlung freigeschaltet wird.

Gegen Ladendiebe

"Projekt Lazarus ist eine gemeinsame Initiative von Händlern, Home-Video-Studios Videospielpublishern und Vertriebsunternehmen, mit der die Möglichkeit der Einbindung von 'Benefit Denial'-Technologie auf handelsübliche Datenträger wie DVDs oder Blu-ray-Discs festgestellt werden soll", heißt es in der entsprechenden EMA-Erklärung. Unter "Benefit Denial" sei dabei ein Konzept zu verstehen, das es Ladendieben oder internen Langfingern unmöglich machen soll, gestohlene Waren zu nutzen. Geht es nach den Vorstellungen der Industrievertreter, könnten Games demnach künftig lediglich in einem "gesperrten" Zustand an den Handel ausgeliefert werden. Diese wären dann in der Praxis völlig unbrauchbar. Erst wenn der Verkaufsvorgang am jeweiligen Handelsstandort abgeschlossen ist, wird der Datenträger per Aktivierungscode "entsperrt" und ist somit auch ganz normal nutzbar.

"Was das Piraterieproblem betrifft, setzten wir bei der Xbox 360 auf den Plattformansatz."

Wie genau dieser Aktivierungsprozess von Statten gehen soll, steht bislang aber noch nicht fest. Sicher ist jedenfalls, dass ein derart restriktiver Piraterie- und Diebstahlschutz in der Videospielbranche nicht ohne die Zustimmung der Hersteller funktionieren können wird. "Was das Piraterieproblem betrifft, setzten wir bei der Xbox 360 auf den Plattformansatz. Dieser stellt sicher, dass eine illegale Nutzung von Spielen nur unter einem unverhältnismäßig hohen technischen Aufwand möglich ist", erklärt Xbox-Manager Thomas Kritsch auf Anfrage von pressetext. Da die Verwendung einer Raubkopie nur über eine Veränderung der Konsolenhardware funktionieren könne, sei auch der Anreiz für Softwarepiraten geringer. "Den von der EMA vorgeschlagenen Ansatz können wir derzeit nicht kommentieren, da noch keine genaueren Informationen dazu vorliegen, wie das System aussehen soll. Fest steht aber, dass alles, was einen Mehraufwand für den Kunden betrifft, sicher keine optimale Lösung darstellt", betont Kritsch.(pte)

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