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Ist ein Genie von Anfang an genial?

24. Juni 2009, 17:13
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    foto: ap

    Was hat ein Genie wie Albert Einstein mit anderen Genies gemeinsam?

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    campus verlag

    Werner Siefer: "Das Genie in mir. Warum Talent erlernbar ist.", Campus Verlag, EUR 19,90. 

Werner Siefers "Das Genie in mir" geht der Frage nach, ob jede/jeder ein Genie werden kann oder ob doch Übung den/die MeisterIn macht

Wird man als Genie geboren oder kann noch werden, was noch nicht ist? Werner Siefer möchte in seinem Buch "Das Genie in mir" dem Genialen zu Leibe rücken. Die Frage, um die es sich somit in dem Buch immer wieder dreht, lautet: Ist eine angeborene Anlage für besondere Leistungen auf einem Gebiet verantwortlich oder entscheidet letztendlich doch die soziale Disposition, ob man als Genie gehandelt wird oder nicht? Andere meinen wiederum, dass weder das eine noch das andere allein für Genialität verantwortlich ist, dies alles nütze nämlich nichts, solange die Motivation nicht stimmt. Mit diesem Vorschlag beginnt das Buch "Das Genie in mir", das mit seinem Titel schwer nach Selbsthilfe riecht, ein Verdacht, der sich nach den ersten zehn Seiten aber zerstreut. Zuvor muss man sich jedoch die Weisheiten des Gedächnistrainers Tony Buzan zu Gemüte führen. Kreativität sei wichtig und überhaupt: "Wir wissen nur ein Prozent dessen, was es zu wissen gäbe", die ein Prozent von dem also, was es alles zu Wissen gibt? Was gibt es alles zu wissen? Nun ja, eine etwas rätselhaft Aussage von Herrn Buzan und auch in ähnlicher Form ein Stehsatz von Scientology-Chef Ron Hubbard - mit solchen Motivationssprüchen will man seinem Gehirn schließlich nicht auf die Sprünge helfen.

Was haben Genies gemeinsam?

Siefer beschäftigt die Frage, was die von ihm aufgezählten Genies gemeinsam haben, von offensichtlichen Gemeinsamkeiten, dass sie alle männlich und weiß sind und mehr oder weniger aus der gleichen Ecke der Welt kommen, mal abgesehen: Einstein, Darwin, Kant, Picasso, Gauß, Beethoven, Mozart, Piaget, Kopernikus. Was machte sie alle zum Genie? Weder gemeinsame Lebensverläufe (wie der Vergleich zwischen der "menschlichen Rechenmaschine" Zerah Colburn und Vincent Van Gogh zeigt) noch sichtlich angeborenes Talent oder Begabung. Laut Siefers etymologischem Exkurs zum Begriff "Talent" weht der Wind sowieso ganz woanders her: Talent bezeichnete mal das Gewicht einer Wassermenge, ein Maß, das einer nicht geringen Geldeinheit entsprach. So konnte man mit einem "Talent" zwanzig Sklaven erwerben. Etwas können bzw. etwas "leisten" hieß somit nichts anderes als "es sich leisten können." Mit der zunehmenden Dominanz des christlichen Weltbildes im 16. Jahrhundert wurde aus "Talent" zunehmend ein Vermögen, das eine "von Gott verliehene Gabe des Verstandes" ist.

Und so gilt Talent heute noch immer "eher als geschenkt denn verdient", so Siefer und wartet für die "Veranlagung"-Seite der Anlage-Umwelt Debatte mit Argumenten auf: Was ist zum Beispiel mit der Supermarkt-Kassiererin, von der Siefer erzählt, die 600 unterschiedliche Preiscodes kennt? Oder mit jenen Kindern, die ohne besondere Förderung in gewissen Fächern besonders leicht und schnell lernen, also einfach "talentiert" sind? Auf der anderen Seite sei aber auch der Einfluss von Vorurteilen, wer "talentiert" oder "untalentiert" ist, nicht zu unterschätzen, wie Siefer an folgendem Beispiel zeigt: Bevor sie Rechenaufgaben zu lösen hatten, wurden unterschiedliche Gruppen von Frauen vermeintlich wissenschaftliche Texte darüber in die Hand gedrückt, ob und warum Frauen besser, schlechter bzw. gleich gut rechnen können wie Männer. Diese Erklärungen beeinflussten die Probandinnen in der Fähigkeit, die richtigen Lösungen zu finden, enorm. Das zeige, wie sehr "gesellschaftliche Urteile auf das Selbstkonzept Einfluss nehmen", wie Siefer schreibt.

Verschiedenste Erklärungsversuche

Von psychologischen, soziologischen, pädagogischen oder biologischen Erklärungsversuchen über das Genie, Studien zur Vererbung von Intelligenz bis hin zu Messungen der Gehirnmasse geht das Spektrum in "Das Genie in mir". Das Buch illustriert die Vielfältigkeit der Erklärungsansätze. Ergebnisse, die die verschiedensten Disziplinen anerkennen, sind jedoch bei weitem keine auszumachen. Wahrscheinlich wird es solche, wenn überhaupt, auch nicht so schnell geben. Und solange man nicht weiß, ob sich jegliche Bestrebungen, genial zu sein, überhaupt lohnen, gibt es am Ende des Buches doch noch etwas Lebenshilfe. (beaha, derStandard.at, 24.6.2009)

Kommentar posten
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Popel
00
Als Genie hat es jeder schwer - unverstanden und als Blödie beschimpft!

Mir zumindest geht es so;-)

Alfred.E.Neumann
00
10.6.2010, 14:50

Genie ist jeder der sich dafür hält. Ist doch klar!

Memories
00
30.4.2010, 09:50
Ein Genie ist, wer das Geniale einer Idee erkennt, die andere nicht sehen!

Eine gute Bestgätigung von Genie ist, wenn bei Richtigkeit der Idee, die anderen das Genie als Trottel beschimpfen.

Da freue ich mich immer über solche Titulierungen;-)

Besserwisser89
00
26.3.2010, 00:38

Ein Onkel von mir arbeitet als Dreher und Schweißer in einem Unternehmen das Textilmaschinen entwickelt. Er bekommt eine technische Zeichnung und muss die Bauelemente für die experimentellen Maschinen drehen. Nun waren die Akademiker schon sehr lange (Monate)an einem Problem mit Magnetlagern und irgendwann meinte einer Scherzhaft ob mein Onkel nicht ein Lösung parat hätte, und die hatte er. Obwohl er die elementaren Hintergründe nicht kannte.
Was ich damit sagen will, genial ist der,der geniale Gedanken hat. Manche pauken um ihn zu finden und manchmal fällt er einem auch einfach in den Schoß.

Wenn man an sich glaubt und nicht blind durchs Leben läuft schlummert in jedem (k)ein Genie;)!

fangdenhut
00

Und was wäre, wenn sich auch Genies - so wie alle Menschen - nicht über einen Kamm scheren lassen? Wenn die Entwicklung der Genialität bei jedem anders verliefe, und manche schon genial geboren werden, während andere die Genialität (wie immer das überhaupt definiert ist) erst im Laufe des Lebens erwerben?

Dann könnte man keine Bücher drüber schreiben, und auch Publikationen hätten wenig Pfeffer. Also ein höchst unerwünschter Gedanke.

Chakotay
41
Intuition, Inspiration und Kreativität

sind Fähigkeiten des Geistes und nicht des Gehirns!

Der Ätzer
00
17.10.2010, 14:50
Es kommt auf die Erinnerung nach viel Geistigen an, meinen Sie?

phaidros
00

weder sind es faehigkeiten des geistes noch des gehirns, sondern es sind faehigkeiten des menschen.

Estephan_sal
 
00
seminare

kreativität kann man in einem seminar lernen.
creativity techniques, einfach mal googlen.

ChesneyB
00
17.7.2009, 11:20

Und was ist der Geist?

Kantig
04
22.11.2009, 15:16
Stroh = 80% Geist!

Kantig
00
Wie kommen Sie zu meinem Nick - wenn Sie doch gar nicht wissen worauf sich der Bezieht?

Heavyweather
00

Manche Leute sind auch Genies im vermeiden von Arbeit.

Kantig
00
Sogar genze Berufsgruppen sind da involviert!

Heavyweather
10

Darwin war ein Genie?
Picasso aber sicher nicht...der war einfach Maler.

€girl
019
Genie entsteht beim Erkennen von Zusammenhängen die allen anderen verborgen bleiben!

Einer sieht im fallenden Apfel die reife Frucht fallen, der Andere sieht darin die Causalität der Gravitation.

Ein Dritter erkennt, daß es keine anziehende "Schwerkraft" gibt, sodern nur durch die Raumkrümmung entstehenden Druck auf das massebehaftete Objekt.

Ab der Einzigartigkeit der Idee ist es Genialität - auch wenn dabei "Banales" füe die Menscheit erworben wird.

Kantig
00
22.11.2009, 15:20
Klar und trefflich -€lisa.

Gaußig
01
Habe die humorige Geduld mit Besserwiss mit Vergnügen gelesen!

Für Islami ist alles Allas Wille und nichts ist Zufall.

Streng genommen sogar richtig wenn man Allah wegnimmt und die Abfolge von Ursache und Wirkung nicht verwechselt.

Grüße an Volke!

Prolet
01
14.7.2009, 07:54
Zufall wie im Omori-Gesetz als Potenzverteilung oder beim Erhahlt der Ähnlichkeit (Fraktal) deterministischß

Zufall ist, gelassen ausgesprochen auf der Zeitachse abzulesen.

Ereignisse in Erinnerung und sich wiederholend emfinden wir in erhaltener Ähnlichkeit als mehr oder weniger Zufällig.

Ab welchem Zeitabstand eines Ereignises vermutet der Stochasitker
die Wirkung der Einflüsse als bestimmend?

Solange die Ergebnisse der Kombinatorik genügen und Aussagen berechnet eintreffen.

Werden Bytefolgen stochastisch verfolgt oder Bits - schon ist eine Änderung der Ereignis-Abstände notwendig.

Aber all das ist mit der besten Mathemaitik der Stochastiker nicht Ergebnisorientiert, weil Fehlerfreiheit gefordert ist.

Vielleicht hilft das, in einem Forum wie diesem, Zufall im Kontext des Themas zu sehen.

Miststierler
00
Danke €girl - so klar habe ich das noch nie gesehen!

werwolfi
01

"Werner Siefers "Das Genie in mir" geht der Frage nach, ob jede/jeder ein Genie werden kann oder ob doch Übung den/die MeisterIn macht"

äh? die beiden mit "oder...doch" als gegensatzpaar getrennten aussagen drücken in meinen augen das selbe aus, nämlich dass man (durch übung) eventuell genial werden könnte.

die gegenthese wäre ja eigentlich die angeborene genialität - aber vermutlich liegt's nur daran, dass ich kein genie bin ;o)

Gefrierflügelverpacker
20
26.6.2009, 13:38
Ein Genie

ist jemand, der sich nach seinem Empfinden orientierend, unabhängig von der Meinung anderer, entwickelt, und nicht dem reinen Kalkül des Verstandes und der Logik folgt, also leider das, worauf unser System mit dem Kindergarten beginnend, ausgerichtet ist.

Alfred.E.Neumann
00
10.6.2010, 14:49

Sie haben gerade ziemlich gut das Gegenteil von Genie beschrieben!

Heavyweather
01

Freiland oder Bodenhaltung?

her wig
10
26.6.2009, 15:13

Ich find' die Erklärung mit der Integration der beiden Gehirnhälften noch immer am treffendsten. Das lässt sich dann auch so schön archetypisch darstellen, mit dem männlichen und dem weiblichen Anteil, oder mythologisch mit Feuer und Eis, wie das die Wikinger taten...

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