Oracle steckt Krise besser weg als SAP

24. Juni 2009, 11:55
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Bereinigter Gewinn von 46 Cent pro Aktie - Neugeschäft geht weniger stark zurück als befürchtet

 Der drittgrößte Software-Produzenten Oracle steckt die Wirtschaftskrise besser weg als Konkurrent SAP. Zwar ging der Verkauf neuer Software wegen der Investitionszurückhaltung der Firmen bei Oracle im vierten Quartal erneut zurück, mit 13 Prozent aber deutlich weniger stark als beim Weltmarktführer SAP. Beim Walldorfer Unternehmen brachen die Software-Lizenzen zu Beginn des Jahres um ein Drittel ein. Insgesamt liefen die Geschäfte von Oracle von März bis Mai aber besser als vom Markt erwartet. Deutliche Zuwächse erzielte der Konzern mit der Wartung seiner Produkte. Für das laufende Quartal zeigte sich Oracle-Chef Larry Ellison optimistisch.

"Ziemlich gut" durch die Wirtschaftskrise gekommen

Das Unternehmen sei "ziemlich gut" durch die Wirtschaftskrise gekommen, sagte Ellison. Bereits in den Quartalen zuvor steckte Oracle die Situation dank seines Sparkurses, höherer Wartungseinnahmen sowie steigender Marktanteile vergleichsweise gut weg. Von den Kunden vernehme er nun wieder eine wachsende Investitionsbereitschaft, fügte Ellison hinzu. Ob sie das wie angekündigt in der zweiten Jahreshälfte auch umsetzten, werde sich aber noch zeigen.

Verkauf neuer Software um 13 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar gesunken

Oracle-Präsidentin Safra Catz rechnet für das laufende, erste Quartal mit einem Rückgang der Software-Erlöse zwischen vier und 14 Prozent. Im Abschlussquartal (per Ende Mai 2009) war der Verkauf neuer Software um 13 Prozent auf 2,7 Milliarden Dollar gesunken. Analysten hatten mit einem Minus von 18 Prozent jedoch mit schlimmerem gerechnet. Die Einnahmen aus dem Wartungsgeschäft stiegen binnen Jahresfrist um acht Prozent auf rund drei Milliarden Dollar. Insgesamt fiel der Umsatz um fünf Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar, das Nettoergebnis um sieben Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar.

"Wenn es ihnen gelingt, im Abschwung Marktanteile zu gewinnen, werden sie im Aufschwung von deutlich engeren Kundenbindungen profitieren"

Alles in allem sehe das Geschäft gut aus, sagte Goldman-Sachs-Analystin Sarah Friar. "Es dreht sich alles um Erwartungen." Ihren Kollegen zufolge hat Oracle Konkurrent SAP in mehreren Bereichen Marktanteile abgenommen und auch bei Datenbanken gegenüber Microsoft und IBM aufgeholt. "Wenn es ihnen gelingt, im Abschwung Marktanteile zu gewinnen, werden sie im Aufschwung von deutlich engeren Kundenbindungen profitieren", sagte Morgan-Stanley-Analyst Adam Holt. Selbst von dem Rückgang des Neugeschäfts hätte Oracle profitiert, sagten Analysten. Dadurch fielen Boni-Zahlungen weg, die vor einem Jahr bei besserer Wirtschaftslage vereinbart worden seien. (reuters)

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