Operationen bei Fettsucht senken Krebsrisiko

24. Juni 2009, 11:50
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Gewichtsverlust bringt allerdings nur Frauen Vorteile - Veränderte Hormonwerte könnten dafür ausschlaggebend sein

Göteborg - Chirurgische Eingriffe zur Verringerung des Gewichts könnten helfen, das Krebsrisiko zu verringern. Der Gewichtsverlust bringt allerdings nur Frauen Vorteile. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Sahlgrenska University Hospital. Fettsucht erhöht bekanntermaßen das Risiko, an vielen Formen von Krebs zu erkranken. Bis jetzt war nicht klar, ob Operationen gegen Fettsucht das Krebsrisiko verringern würden. Laut dem in Lancet Oncology veröffentlichten Bericht der Wissenschaftler geht der Gewichtsverlust bei Frauen mit einem um 42 Prozent verringerten Risiko einher. Dabei könnte die Beeinflussung der Hormonwerte von entscheidender Bedeutung sein, heißt es bei BBC. Schätzungen zufolge steht Fettsucht in der westlichen Welt mit 20 Prozent aller durch Krebs verursachten Todesfälle bei Frauen in Verbindung. Bei Männern sind es 14 Prozent.

Über 2.000 Patienten beobachtet

Im Rahmen ihrer Untersuchung wollten die Wissenschaftler herausfinden, ob ein Gewichtsverlust durch Operation helfen könnte, das Krebsrisiko zu verringern. Sie begleiteten 2.010 fettsüchtige Patienten, die operiert worden waren, durchschnittlich 10,9 Jahre lang und verglichen ihre Daten mit jenen von 2.037 ebenfalls fettsüchtigen Patienten, die anders oder gar nicht behandelt wurden. Während der Laufzeit der Studie verloren die operierten Patienten rund 19,9 Kilo an Gewicht. Bei der zweiten Gruppe waren es durchschnittlich 1,3 Kilo. Bei der ersten Gruppe war die Anzahl der erstmaligen Krebserkrankungen mit 79 deutlich niedriger als mit 130 in der zweiten Gruppe. Die Eingriffe schienen jedoch keine Auswirkungen auf das Krebsrisiko der männlichen Patienten zu haben. 38 erkrankten in der ersten, 39 in der zweiten Gruppe.

Die positiven Auswirkungen des Gewichtsverlustes schienen bei den Frauen auf eine ganze Reihe von Krebsformen zuzutreffen. Warum genau die Operationen jedoch diese positive Auswirkung haben, bleibt weiterhin ein Rätsel. Die Analyse ergab keinen direkten Zusammenhang mit dem Abnehmen oder der Verringerung der Kalorienzufuhr. Damit liegt nahe, dass die Operationen einen subtileren Einfluss auf das Krebsrisiko ausüben. Andrew Renehan, ein Krebsexperte der University of Manchester, geht davon aus, dass sehr wahrscheinlich durch die Operation die Hormonwerte im Körper verändert werden. Mehrere verbreitete Krebsformen stehen vor allem mit dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen in Zusammenhang. (pte)

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