Frauenministerin legt Leitpapier vor

24. Juni 2009, 11:32
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Erwerbsbeteiligung, Vollzeitbeschäftigung und Frauen in Führungspositionen als Kernpunkte

Wien - Eine Novelle des Gleichbehandlungsgesetzes soll "unbedingt" auf die Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen eingehen - das hat Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek am Mittwoch bei einer Konferenz zum Thema Gleichstellung gefordert.

Im Rahmen einer sogenannten Open Space-Veranstaltung sammelten Vertreterinnen sämtlicher Frauen-Organisationen Ideen für die Umsetzung des Nationalen Aktionsplans (NAP) zur Gleichstellung am Arbeitsmarkt. Das Gleichbehandlungsgesetz sei zwar seit 30 Jahren in Kraft, nach wie vor würden aber Gehaltsunterschiede bestehen. Innerbetriebliche Gehaltsveröffentlichungen sollen deshalb einen Vergleich für Frauen ermöglichen, so die Ministerin.

Fünf Handlungsfelder

Seit Dienstag liegt der interministeriellen NAP-Arbeitsgruppe außerdem das Leitpapier "Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt" vor. Im 15-seitigen Papier werden ausgehend von der aktuellen Situation von Frauen am Arbeitsmarkt fünf Handlungsfelder genannt. So soll etwa die Erwerbsbeteiligung, die Vollzeitbeschäftigung und die Anzahl von Frauen in Führungspositionen erhöht werden. Anzusetzen sei bereits bei der Ausbildung und Berufswahl von Mädchen.

In vier Jahren umgesetzt

Das Leitpapier soll als Rahmen dienen, den es mit Ideen zu füllen gilt, erklärte Heinisch-Hosek. Der NAP ist auf fünf Jahre angelegt, jährlich sollen Fortschrittsberichte erstellt werden. Für Ende 2009 kündigte die Ministerin die Präsentation jener Maßnahmen an, die in den folgenden vier Jahren umgesetzt werden. Erklärtes Ziel sei es, Verbesserungen für Frauen am Arbeitsmarkt zu schaffen. Heinisch-Hoseks jüngste Forderung nach Strafen für säumige Betriebe findet sich im Papier nicht.

"Männerberufe" ergreifen nicht die Lösung

Die Teilnehmerinnen des "Open Space" legten die Themen, die im Laufe des Tages diskutiert werden sollten, selbst fest. Oft genannt wurde dabei die Transparenz bei den Gehältern sowie die Berufswahl der Mädchen. Einig war man sich, dass die Frauenarbeit neu zu bewerten ist, denn so meinte eine Teilnehmerin: "Wenn wir alle Mechanikerinnen werden, ist der Mechaniker in 30 Jahren nichts mehr wert." (APA)

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