Irlands Präsidentin steht zum Verbot

24. Juni 2009, 11:10
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Geltende Regelung orientiere sich an der persönlichen Krise der Frauen - Schutz des ungeborenen Lebens als Ziel

Straßburg/Dublin - Die irische Staatspräsidentin Mary McAleese erwartet in absehbarer Zukunft keine Änderung der Abtreibungsgesetze in ihrem Land. McAleese verteidigte auf Nachfragen in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats am Dienstag in Straßburg die geltenden Regelungen in Irland als "stark an der persönlichen Krise der Betroffenen orientiert", meldete Kathpress am Mittwoch.

Infos über Abtreibung im Ausland

Ziel der geltenden Verfassungsbestimmungen sei der Schutz des ungeborenen Lebens, so die Präsidentin. Es gebe ein Interventionszentrum für Schwangere in Krisensituationen. Dort würden Frauen unter Umständen auch an MedizinerInnen verwiesen, die Informationen über Schwangerschaftsabbrüche im Ausland zu geben bereit seien.

Lebensschutz in Verfassung garantiert

Irland hatte vor wenigen Tagen beim EU-Gipfel von den Staats- und Regierungschefs die Zusicherung erhalten, dass der künftige EU-Vertrag und die Grundrechtecharta nicht den Lebensschutz in der irischen Verfassung berühren. Somit kann ein zweites Referendum in Irland über den EU-Vertrag abgehalten werden, der bei einem ersten Referendum mehrheitlich abgelehnt wurde.

Ausnahme durchgesetzt

Die Parlamentarische Versammlung des Europarates hatte im April 2008 eine nicht bindende Entschließung verabschiedet, wonach Frauen in allen 47 Mitgliedsländern die Möglichkeit zur Abtreibung haben sollten. Die ParlamentarierInnen forderten, dass Schwangerschaftsabbrüche straffrei gestellt werden sollten, wo dies noch nicht der Fall sei. Mary McAleese war von skandinavischen Europarats-ParlamentarierInnen nach der Umsetzung dieser Entschließung gefragt worden. (APA)

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