Münchner LiMux: Kein "Freibier" und trotzdem Nachahmer

24. Juni 2009, 11:11
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Die Umstellung der Stadtverwaltung München auf Linux hat mittlerweile auch andere Behörden zum Wechsel animiert

In München steht ein Hofbräuhaus und in der Münchner Stadtverwaltung hängen Pinguin-Bilder. Der Wechsel der IT-Abteilung von Windows auf LiMux schreitet zielstrebig voran. Noch 2009 sollen die Mitarbeiter des Rathauses auch von Microsofts Office-Paket und dem Internet Explorer auf OpenOffice und Firefox umsteigen, berichtet heise.

Keine Abhängigkeit von einem Anbieter

München will bis 2012 80 Prozent aller Rechner der Stadtverwaltung, rund 14.000 Geräte, auf Linux umgestellt haben. Mit dem bisherigen Verlauf der Migration sei man in der Bayerischen Hauptstadt offenbar zufrieden und würde es auch wieder angehen. Die Entscheidung zum Umstieg habe München unter anderem deswegen getroffen, weil man nicht mehr nur von einem Anbieter abhängig sein wollte. Die Kosten für den Wechsel auf Open Source würden 13 Millionen Euro betragen. Eine Aktualisierung der Systeme von Windows NT auf XP wäre am Anfang um bis zu zwei Millionen Euro günstiger gewesen, später würden jedoch immer wieder Lizenzgebühren fällig. "Frei" sei nicht im Sinn von "Freibier" zu verstehen, sagt Florian Schießl, stellvertretender Leiter des Projekts, gegenüber heise.

Nachahmer

In Deutschland haben sich inzwischen auch das Auswärtige Amt, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und weitere Städte wie Mannheim, Schwäbisch-Hall und Treuchtlingen für den teilweisen Einsatz von Open Source-Software entschieden.

Wienux

In Wien ist indes das vielbeachtete Wienux-Projekt von weniger Erfolg gekrönt. Der eigens entwickelte Behörden-Desktop wird seit 2005 eingesetzt, allerdings nur auf nur wenigen Rechnern. Zudem beschloss man 2008 auf drei Viertel der 1.000 Linux-Rechner wieder Windows zu installieren, da eine in Kindergärten eingesetzte Software nur mit Microsofts Internet Explorer funktioniere. Die zukünftige Entwicklung von Wienux ist damit ungewiss. Allerdings wird in Wien parallel zu MS Office auch OpenOffice auf den meisten Rechnern eingesetzt und die Server für den elektronischen Akt sollen auf Red Hat umgestellt werden, wie es im April anlässlich der Linuxwochen hieß. (br)

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    Linux in München: "Kein Freibier"

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