Die OECD sagt den USA und Japan eine baldige Erholung voraus, die Eurozone werde aber auch 2010 nicht aus der Rezession kommen
Die OECD sagt den USA und Japan eine baldige Erholung voraus, die
Eurozone werde aber auch 2010 nicht aus der Rezession kommen. In
Österreich hinterlässt die Krise tiefe Spuren im Arbeitsmarkt.
***
Paris/Wien - Nach dem stärksten Konjunktureinbruch der
Nachkriegsgeschichte sieht die OECD erste Anzeichen einer Erholung. In
den USA und Japan werde die Rezession voraussichtlich im dritten
Quartal dieses Jahres ein Ende haben, prognostizieren die Experten der
Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD)
in ihrem am Mittwoch in Paris vorgelegten Wirtschaftsausblick.
Konjunkturpakete und andere Stützungsmaßnahmen hätten den Abschwung
gemildert.
"Dank entschlossener Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft sind
uns die schlimmsten Auswirkungen der Krise erspart geblieben",
konstatierte OECD-Generalsekretär Ángel Gurría. Die Weltwirtschaft wird
seinem Haus zufolge im kommenden Jahr fast doppelt so schnell wachsen
wie bisher angenommen. Die Organisation hob ihre Prognose von 1,25 auf
2,3 Prozent an. Neben den Konjunkturprogrammen dürften auch der leicht
anziehende Welthandel und günstige Finanzierungsbedingungen für eine
"bescheidene Erholung" sorgen.
Für dieses Jahr erwartet die Organisation einen Rückgang der
globalen Wirtschaftsleistung von 2,2 Prozent. Im März wurden noch ein
Minus von 2,75 Prozent vorhergesagt. Von den sieben größten
Industrieländern (G-7) werden den USA 2010 die besten Wachstumschancen
eingeräumt. Die weltgrößte Volkswirtschaft werde um 0,9 Prozent
wachsen. Bisher hatte die OECD mit Stagnation gerechnet. Im Mai sind
die Aufträge für langlebige Güter wie Autos und Computer im Vergleich
zum Vormonat 1,8 Prozent jedoch gestiegen.
Für Österreich wird eine Schrumpfung der Wirtschaftsleistung um 4,3
Prozent in diesem Jahr prognostiziert. Im Jahresverlauf 2010 werde sich
die Wirtschaftsleistung dann "nach und nach beleben", die Ökonomen
rechnen mit einem nur noch leichten BIP-Minus von 0,1 Prozent. Die
Wirtschaftstätigkeit sei Anfang 2009 stark eingebrochen, was vor allem
auf den Einbruch der Exporte zurückzuführen sei. Im Vergleich mit dem
Euroraum, dessen Wirtschaft heuer um 4,8 Prozent einbrechen wird, steht
Österreich heuer allerdings etwas besser da.
Stärker als bisher befürchtet verschlechtern dürfte sich demnach die
Job-Lage - die Arbeitslosigkeit wird laut OECD im kommenden Jahr auf
7,9 von 4,9 Prozent im Vorjahr anspringen. Der Konsum bleibt hingegen
stabil, während die Exporte um 14 Prozent schrumpfen. Die für 2009
ausgehandelten hohen Lohnzuwächse, die mit der Steuerreform
einhergehenden Lohn- und Einkommensteuersenkungen, die sozialen
Transferleistungen und die geringere Inflation werden die Realeinkommen
der privaten Haushalte stützen, heißt es in dem Bericht.
Deutschland könne nach dem tiefen Absturz von heuer 6,1 Prozent 2010
mit einer allmählichen Belebung der Wirtschaftstätigkeit rechnen. "Die
Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe haben wieder etwas
zugenommen, und der Rückgang der Industrieproduktion schwächt sich ab",
so die OECD. Zudem trage die Aufstockung der für die Abwrackprämie
vorgesehenen Mittel zur Stützung des privaten Verbrauchs bei. Der Staat
müsse sich frühzeitig auf Hochbetrieb in den Arbeitsagenturen
einstellen. "Dort müssen die Menschen so früh wie möglich wieder in
Arbeit gebracht werden, damit der Kontakt zum Arbeitsmarkt nicht
abbricht." (dpa, Reuters, as, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.6.2009)