Weltwirtschaft kommt in Fahrt, Eurozone lahmt

24. Juni 2009, 18:54

Die OECD sagt den USA und Japan eine baldige Erholung voraus, die Eurozone werde aber auch 2010 nicht aus der Rezession kommen

Die OECD sagt den USA und Japan eine baldige Erholung voraus, die Eurozone werde aber auch 2010 nicht aus der Rezession kommen. In Österreich hinterlässt die Krise tiefe Spuren im Arbeitsmarkt.

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Paris/Wien - Nach dem stärksten Konjunktureinbruch der Nachkriegsgeschichte sieht die OECD erste Anzeichen einer Erholung. In den USA und Japan werde die Rezession voraussichtlich im dritten Quartal dieses Jahres ein Ende haben, prognostizieren die Experten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem am Mittwoch in Paris vorgelegten Wirtschaftsausblick. Konjunkturpakete und andere Stützungsmaßnahmen hätten den Abschwung gemildert.

"Dank entschlossener Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft sind uns die schlimmsten Auswirkungen der Krise erspart geblieben", konstatierte OECD-Generalsekretär Ángel Gurría. Die Weltwirtschaft wird seinem Haus zufolge im kommenden Jahr fast doppelt so schnell wachsen wie bisher angenommen. Die Organisation hob ihre Prognose von 1,25 auf 2,3 Prozent an. Neben den Konjunkturprogrammen dürften auch der leicht anziehende Welthandel und günstige Finanzierungsbedingungen für eine "bescheidene Erholung" sorgen.

Für dieses Jahr erwartet die Organisation einen Rückgang der globalen Wirtschaftsleistung von 2,2 Prozent. Im März wurden noch ein Minus von 2,75 Prozent vorhergesagt. Von den sieben größten Industrieländern (G-7) werden den USA 2010 die besten Wachstumschancen eingeräumt. Die weltgrößte Volkswirtschaft werde um 0,9 Prozent wachsen. Bisher hatte die OECD mit Stagnation gerechnet. Im Mai sind die Aufträge für langlebige Güter wie Autos und Computer im Vergleich zum Vormonat 1,8 Prozent jedoch gestiegen.

Für Österreich wird eine Schrumpfung der Wirtschaftsleistung um 4,3 Prozent in diesem Jahr prognostiziert. Im Jahresverlauf 2010 werde sich die Wirtschaftsleistung dann "nach und nach beleben", die Ökonomen rechnen mit einem nur noch leichten BIP-Minus von 0,1 Prozent. Die Wirtschaftstätigkeit sei Anfang 2009 stark eingebrochen, was vor allem auf den Einbruch der Exporte zurückzuführen sei. Im Vergleich mit dem Euroraum, dessen Wirtschaft heuer um 4,8 Prozent einbrechen wird, steht Österreich heuer allerdings etwas besser da.

Stärker als bisher befürchtet verschlechtern dürfte sich demnach die Job-Lage - die Arbeitslosigkeit wird laut OECD im kommenden Jahr auf 7,9 von 4,9 Prozent im Vorjahr anspringen. Der Konsum bleibt hingegen stabil, während die Exporte um 14 Prozent schrumpfen. Die für 2009 ausgehandelten hohen Lohnzuwächse, die mit der Steuerreform einhergehenden Lohn- und Einkommensteuersenkungen, die sozialen Transferleistungen und die geringere Inflation werden die Realeinkommen der privaten Haushalte stützen, heißt es in dem Bericht.

Deutschland könne nach dem tiefen Absturz von heuer 6,1 Prozent 2010 mit einer allmählichen Belebung der Wirtschaftstätigkeit rechnen. "Die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe haben wieder etwas zugenommen, und der Rückgang der Industrieproduktion schwächt sich ab", so die OECD. Zudem trage die Aufstockung der für die Abwrackprämie vorgesehenen Mittel zur Stützung des privaten Verbrauchs bei. Der Staat müsse sich frühzeitig auf Hochbetrieb in den Arbeitsagenturen einstellen. "Dort müssen die Menschen so früh wie möglich wieder in Arbeit gebracht werden, damit der Kontakt zum Arbeitsmarkt nicht abbricht." (dpa, Reuters, as, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 25.6.2009)

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in_struggle
00
26.6.2009, 13:32
Naja

Auf der OECD-homepage steht: "Weak recovery in sight but damage from crisis likely to be long lasting". Das klingt doch etwas anders als "Weltwirtschaft kommt in Fahrt". Das es zu einer leichten Erhohlung kommen kann mag ja sein, aber die Frage bleibt wie langfristig die sein kann, auch angesichts steigender Arbeitslosenzahlen.

Kapitalismus Luege
00
25.6.2009, 14:59
Was hat sich die USA diese Studie kosten lassen?


- macht nix, halt ein paar Scheinchen mehr gedruckt.

das ist fix
00
25.6.2009, 20:55

Interessant ist, dass die Medien in den USA die Lage selbst nicht so toll einschätzen.

http://money.cnn.com/2009/06/2... /index.htm

Walter Bimini
00
25.6.2009, 10:08
der witz des jahres

das ist fix
00
25.6.2009, 21:05

interessanter link
http://www.spiegel.de/politik/a... 41,00.html

Überschrift:
Obama - Der Irrweg des Schuldenpräsidenten

Walter Bimini
00
26.6.2009, 08:20
er folgt den spuren fdrs in die größere depression

schetzgo
04
25.6.2009, 09:44
*megabreitgrins*

und die oecd hat immer recht ;-) und ihre prognosen sind wasserdicht*gröhl*

Hankybanky
00
25.6.2009, 10:01

klaro, jetzt noch schnell die rosa brillen und siegerlächeln aufsetzen und dann rein in das cabrio, positive selbstsuggestionen vorsagen (hundert mal) danach uggatschaaah und dann ab in einen wunderschönen junitag. jeah.

F.B.
 
05
25.6.2009, 09:25
tolle statistik

nur ein paar eckdaten um das in kontext zu stellen

usa fahren doppelt so hohes defizit wie EU

usa hatten 2000-2008 auch höhere wachstumsraten nur in retrospekt war das realwachstum sehr gering

zusätzlich zum ganzen: der dollar is massiv überbewertet das land is de facto am ruin und kann sich das wachstum auf pump, welches es gerade betreibt eigentlich gar nicht leisten

und der wohl schlimmste fakt der die usa trifft ist ein handelsdefizit von 10 % (import/export ~ 60/40)
d.h. sie importieren mehr als sie exportieren ergo sie exportieren ihr geld und seit 25 jahren ist dieser zustand katastrophal

die usa werden über kurz oder lang ihre steuern hochfahren müssen und horende militärausgaben einschränken

grisu00
 
01
25.6.2009, 09:57
Die USA werden sich die Verschuldung von den ...

... Gläubigern zahlen lassen.

Die einfachste Entschuldung für die USA wäre über eine Währungsreform. Der Großteil der Schuldner sitzt im Ausland - die amerik. Bürger würde es verhältnismäßig wenig treffen. Krieg kann den USA niemand erklären, auch keinen wirtschaftlichen.

Japan, Russland, China und Indien könnten damit beschwichtigt werden, dass zukünftig ihre Währungen in den IWF Sonderziehungsrechten verankert werden (bereits gefordert) und die Abhängigkeit von der US Fiskalpolitik dadurch verringert wird.

F.B.
 
00
25.6.2009, 19:52
das nennt man dann staatsbankrott

das problem dabei ist bevor es soweit kommt wird der dollar abgewertet werden

china braucht usa als absatzmarkt darum kaufen sie den dollar hoch und finanzieren das defizit

aber wenn die usa nicht anfangen ordentliche waren für den export auch zu produzieren und nicht nur eine wirtschaft über kredit aufrecht erhalten dann wird das geld das china hat auch langsam nichts mehr wert und dann werden sie aufhören die usa zu stützen und der dollar wird in den keller sacken

wenn das passiert können sie sich erdöl etc nicht mehr leisten und würden massiv in schräglage geraten



Walter Bimini
00
25.6.2009, 10:12
es gibt nur ein paar ganz kleine probleme dabei

wer verkauft ihnen dann noch etwas gegen ungedeckte grüne scheinchen? wer produziert dann noch für die usa? wo bekommt die usa eine eigene produktion so schnell wieder her? wer vergibt dann noch einen kredit an die usa?

Otto Ottinger
 
00
25.6.2009, 10:12
da bin ich ja auf die reaktion der chinesen gespannt.

gut das in unserem haus noch ein atomschutzkeller eingebaut ist.

Ivan Bukov
00
25.6.2009, 09:41

Schulden der USA sind momentan auf nicht haltbarem Niveau, das stimmt, das sind sie aber bei uns auch.
Was soll der Kommentar um die Handelsbilanz? Kommen sie aus dem Mittelalter? Merkantilist? Eine negative Handelsbilanz ist ueberhaupt nichts tragisches! Ich wuerde sogar sagen dass Handelsbilanz im Falle der USA komplett egal ist. Das ist zwar fuer Laien schwer verstaendlich, ist aber so.

F.B.
 
00
25.6.2009, 19:38
was reden sie?

ein negativer nettoexport ist für die usa deswegen "scheinfinanzierbar" gewesen weil sie ein wachstum hatten in den 90er durch den IT boom

aber letztendlich hat den dow 2x ein crash ereilt innerhalb von kürzester zeit (2000 u. 2008)

sie haben absolut keine ahnung wovon sie reden
die krise gerade ist eine massive absatzkrise

es wurde in den usa zu viel produziert

BIP pushen geht ja leicht das problem is wenn mans nicht über verkauf gegenfinanzieren kann

FAKT ist die usa haben die waren die sie produziert haben nicht absetzen können weder am eigenen noch am fremden markt und sind deswegen in der krise

sie haben nicht gewirtschaftet die usa sind von 30% defizit auf knapp 80% im 2ten quartal gesprungen in nur 8 jahren

R+E Jech
 
00
25.6.2009, 09:23
Hatte die OECD die weltweite Finanz-"Krise" vorausgesehen?

... scheinbar lesen sie auch jetzt wieder in einer Kristallkugel!

das ist fix
00
25.6.2009, 09:22

erhohlung usa - ?? wer schon einmal geschäfte mit nordamerikanischen firmen gemacht hat, der weiß, dass dort alles sehr mühsam abläuft, wichtig ist dort das "paperwork"...

die europäische union und deren wirtschaftsleistung wird in den medien schlechter verkauft als sie in wirklichkeit ist

AnnKinn Tonn
 
00
25.6.2009, 08:29
Im global vernetzten Kapitalismus

fallen immer alle Länder zyklisch in die Kriese.

Ist das nicht so?

berni berni1
14
25.6.2009, 06:39
kaffeesudleserei

die krise dauert auch in den u.s. und asien weiter an, bei einer kurzzeitigen besserung von einem ende derselben zu sprechen ist falsch.

Ivan Bukov
00
25.6.2009, 09:43

Und woher haben sie das? Teesud?

natoll
10
25.6.2009, 08:22

du machst auch nix anderes als kaffeesudlesen.

inness robins
02
25.6.2009, 06:15
Irrt Krugmann?

ich habe mich auf die Pleite der Republik eingestellt:
Gold im Depot, Wein im Keller, Gewähr bei Fuß! Ist alles umsonst?

grisu00
 
00
25.6.2009, 09:58
Hoffentlich...

Ammit
06
25.6.2009, 06:08
...wenn...

...die OECD computer in die reihe der langlebigen güter einordnet zweifle ich an deren einschätzungsfähigkeit die entwicklung der weltwirtschaft betreffend...

Def. Izit
00
25.6.2009, 01:07
Die Idee, das Bauchweh der Zocker allen anzudrehn, hat halt auch Tücken!

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