Sportlicher Familienvater

24. Juni 2009, 16:55
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Ein 2,2-Liter-Diesel in drei Leistungsstufen soll Mazda umweltstrategisch voranbringen. Wir testeten das 185 PS-Modell: Mazda6 Sport Combi

Was hat Mazda für ein Image? Brav, verlässlich, relativ günstig, im Vergleich zu den wirklich Billigen aber sehr gut verarbeitet, eigentlich schon hochwertig. Bieder, konservativ? Das war einmal, und gegen ein bisschen Routine und Einschätzbarkeit hat ja niemand etwas einzuwenden. Sportlich? Bedingt. Die Modellpalette bietet jedenfalls Entsprechendes an: Das ewig junge Sportcabrio MX-5 und der Wankel-Sportwagen RX-8, eine unendliche Versuchsanordnung in Gedenken an den großen Erfinder Felix Wankel.

Und Mazda6? Combi? Bravbravbrav. Aber nicht nur. Vor allem auch, wenn man sich im Segment der vergleichbaren Mittelklasse-Kombis umschaut, fällt auf, dass der Sport Combi von Mazda erstaunlich fettfrei, überraschend jung und vielleicht sogar ein wenig verwegen dasteht. Pfiffig. Moderne Linien, aber keine Experimente.

In diesem Segment sind viele Mitkonkurrenten unterwegs, die Franzosen, die Japaner, auch Skandinavier und Italiener, vor allem aber die Deutschen. Und wenn man sie alle gefahren hat, dann sitzt man im Mazda und sucht eher den Vergleich mit der Oberliga, also mit BMW und Audi, als mit den preislich eher passenden Modellen von VW und Skoda.

Relativ jung im Mazda verbaut ist jetzt eine neue Reihe von Diesel-Motoren. System Common Rail, also noch keine antriebstechnische Revolution, aber "state of the art".

Wir testeten die stärkste verfügbare Variante, den Turbodiesel mit 185 PS im Sport Combi. Das macht noch keinen rasanten Sportwagen, aber doch einen sehr flotten Familienwagen.

Prinzipiell ist ja die Lärmorgie, die sich viele Dieselvarianten geleistet haben, weitgehend wieder vorbei, bei der neuen Dieselgeneration von Mazda fällt die Laufruhe aber besonders angenehm auf. Dabei ist der Motor wirklich stark im Durchzug. Und weil wir gerade alle sparen, ein Blick auf die Verbrauchsanzeige. Ein durchschnittlicher Verbrauch von 5,7 Liter auf hundert Kilometer steht auf dem Papier, um die sechs Liter sind also zu schaffen. Wenn man sehr brav ist. Wer sich vom Leistungsangebot locken lässt und gelegentlich auch ein bisserl schlimm ist, also Spaß hat, der kommt ein wenig drüber, ist aber immer noch im grünen Bereich. (Michael Völker/DER STANDARD/Automobil/19.6.2009)

  • Ein gerades und junges Auto: der Mazda6 Sport Combi, mit kraftvollem, aber bravem Diesel.
    foto: stockinger

    Ein gerades und junges Auto: der Mazda6 Sport Combi, mit kraftvollem, aber bravem Diesel.

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    grafik: der standard

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    Mazda

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