Sarkozy beruft Mitterand-Neffen in Regierung

24. Juni 2009, 08:28
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Frederic Mitterand wird neuer Kulturminister

Paris - Frankreichs konservativer Präsident Nicolas Sarkozy hat bei seiner Kabinettsumbildung einen Neffen des sozialistischen Ex-Präsidenten Francois Mitterand in die Regierung geholt. Frederic Mitterand wird neuer Kulturminister, wie Sarkozys Stabschef Claude Gueant am Dienstag bestätigte. Der 61-jährige Mitterand, der das französische Kulturinstitut in Rom leitet, hatte seine Berufung schon vorab in einem Fernsehinterview verraten. Innenministerin Michele Alliot-Marie übernimmt das Justizressort von Rachida Dati, die als Europa-Abgeordnete nach Brüssel geht. Das Innenressort leitet künftig der bisherige Arbeitsminister Brice Hortefeux.

Die Kabinettsumbildung war nach der Europawahl erwartet worden, in der neben Dati auch Landwirtschaftsminister Michel Barnier einen Sitz im Europäischen Parlament errang. Auf den Posten des Agrarministers wurde der bisher für Europa-Angelegenheiten zuständige Bruno Le Maire befördert. Die wichtigsten Kabinettsmitglieder - Ministerpräsident Francois Fillon, Wirtschaftsministerin Christine Lagarde und Außenminister Bernard Kouchner - bleiben im Amt.

Mit Frederic Mitterand hat Sarkozy zwar eine bekannte Persönlichkeit mit bedeutungsvollem Namen, aber anders als bei Außenminister Kouchner keinen Politiker der Linken gewonnen. Frederic Mitterand hatte sich schon vor Jahrzehnten von den Sozialisten distanziert.

Sarkozy hatte eigens die Kandidatur der bisherigen Justizministerin Dati für seine Partei UMP bei der Europawahl betrieben, nachdem die zunächst als Star seiner Regierung geltende Politikerin in Ungnade gefallen war. Als Tochter nordafrikanischer Eltern war sie ein Symbol der Bemühungen Sarkozys um mehr Vielfalt in der Regierung. Doch ihr Ruf litt, als Kritiker ihr einen Hang zum Luxus und einen harschen Umgang mit Mitarbeitern vorwarfen. (APA/Reuters)

 

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