ORF: Rettet die Gebührenzahler!

23. Juni 2009 18:57
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    Herbert Paierl.

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    Bleibt nur die Frage: Gibt es eine österreichische TV-Identität abseits der Tiefkühltruhe? Im Bild: drei Gebührenzahler, die mit der derzeitigen Aufteilung des Werbekuchens ganz zufrieden sind.

Plädoyer für einen werbefreien ORF: Im Interesse der eigentlichen Eigentümer des öffentlich-rechtlichen Rundfunks - Von Herbert Paierl

Im Interesse der eigentlichen Eigentümer des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, eines entsprechenden "Mehrwerts" im Programmangebot und besserer Marktchancen für private TV-Anbieter: Plädoyer für einen werbefreien ORF.

***

In der gegenwärtigen Endlosdebatte um die Zukunft des ORF-soll alles Mögliche gerettet werden. Nur nicht die Gebührenzahler. Dabei haben diese als "Eigentümer" des öffentlich-rechtlichen Rundfunks das Recht auf das beste Preis-Leistungsverhältnis. Vor allem: Sie sollen nicht für Leistungen zahlen, die Private zum Nulltarif erbringen. Eine Reform des ORF im Sinn seiner Eigentümer muss daher folgende Punkte umfassen:

- Der ORF muss sich radikal auf seine Kernkompetenzen fokussieren: auf öffentlich-rechtliche Leistungen, die vom Gesetzgeber präzise definiert werden müssen. Es darf nicht mehr sein, dass zugekaufte Allerwelts-Serien, die im ORF und bei Privatsendern laufen, als Erfüllung dieses Auftrags durchgehen.

- Um die von ihm geforderten Leistungen voll erfüllen zu können, soll der ORF künftig nur noch die Gebühren erhalten - das sind satte 546 Millionen Euro pro Jahr. Werbeeinnahmen soll es dagegen keine mehr geben - diese sind die Spielwiese der Privaten.

- Gemeinsam mit der ordnungspolitisch gebotenen Refundierung der Mittel aus der Gebührenbefreiung (rund 60 Millionen Euro) steht dem ORF damit ein ansehnliches Budget zur Verfügung, mit dem er ohne Wenn und Aber auskommen muss. An einer drastischen Reform und Redimensionierung hypertrophierter Strukturen führt jedenfalls kein Weg vorbei. Beispiel Mitarbeiteranzahl: Im Jahresschnitt 2008 hatte der ORF 4.299 Mitarbeiter - de facto wäre auch die Hälfte ausreichend.

- Für die Gebührenzahler sollen die Abgaben spürbar gesenkt werden, in dem sie von Zuschlägen befreit werden, die die Länder (Ausnahmen: Oberösterreich und Vorarlberg) und der Bund (60 Millionen Euro) derzeit klammheimlich abkassieren. Gesamtsumme derzeit: Erkleckliche 118 Millionen Euro. In beiden Fällen gilt: Der ORF sieht davon keinen Cent. Die Ersparnis pro Gebührenzahler würde 20 Prozent betragen!

Eine solche Reform würde endlich klare Verhältnisse bringen: Der ORF sendet im Interesse seiner "Eigentümer" das, wofür er bezahlt wird, nämlich öffentlich-rechtlichen Mehrwert.

Die Spannweite reicht da von Information über Kultur bis zu österreichischer Unterhaltung. Und zwar bei aller gebotenen Vielfalt und Objektivität. Aber auch der österreichische Fernsehmarkt würde erheblich von einer derartigen Neustrukturierung profitieren: Die privaten Anbieter können den gestiegenen Werbekuchen nützen und sich im Sinn eines dualen Systems besser entwickeln.

Klar ist: Die Politik muss für den ORF als Vertreter der "Eigentümer" die entsprechenden Rahmenbedingungen vorgeben. Erfolgloses Management und verwaschene Rahmenbedingungen hält nämlich kein Unternehmen auf die Dauer aus. (Herbert Paierl/DER STANDARD; Printausgabe, 24.6.2009)

Zur Person:

Herbert Paierl, ehemals ÖVP-Landesrat und bei der letzten Regierungsbildung kurzfristig als Wirtschaftsminister im Gespräch, ist Aufsichtsrat mehrerer Gesellschaften und Präsident des Management Clubs Österreich.

 

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Knut Ogris
18.07.2009 11:49
Lieber Herr Paierl, bei allem gehörigen Respekt, aber den privaten zu sagen, sinngemäss, dann können die ins Porgramm , also in denmakr investieren, das sind sie dem Markt oder dessen bezahlten Informanten aufgesessen.

Der Anteil der Werbegelder , die die privaten lukrieren, mit den Werbefenstern, ist ca. 340 mio Euro und ich habe nicht gesehen dass da nennenswert in deren Programm ausser Kauf investiert ird, haben Sie Herr Paierl, das gesehen?

Und von Kompetenten Leuten mal abgesehen, die nicht nur eine Kamera halten können - auch Journalistisch läuft da manches nach dem ShareholderValue und ergo dessen ist Ausbildung ein Hilfswort dort...u.a.m.!

Sie sollten auch die andere Seite der Medaille hören, die der hochqualifizierten Porduzenten nämlich und sich auch aus dem Fachverband Film und Musik Informationen holen, dann hätten Sie das, als Steirer und gscheiter Manager nicht soo schreiben können - tut mir leid, Sie haben in manchen Dingen aber nicht unrecht: ABER auch nicht recht, weil Sie offensichtlich und herauslesbar ,nicht alle notwendigen Informationen haben.

kerihuelo
13.08.2009 08:07

welche informationen aus dem fachverband meinen sie?

Leau
25.06.2009 06:06
GIS

Ich würde mal darum bitten das irgendwer den Leuten von der GIS Manieren beibringt.

Jedesmal ein irrer Aufwand denen zu erklären das wir ein angemeldetes TV Gerät haben.

Einmal warens sogar an der Tür (dank der Wiener Stadtregierung verboten) und als ich die beiden fotografiert habe sind sie gerannt.

EU-phorie statt EU-phobie
24.06.2009 14:50
dem wäre zuzustimmen

nur: ist der gastkommentator ein träumer oder ein sandmann, der dem leser sand in die augen streut?

Lord Schaumloeffel
24.06.2009 13:46
ich sag es immer wieder

volle gebühr ohne abzwackungen, dafür noch meinetwegen 100 mio vom staat.

raus mit der werbung (zumindest beim fernsehen), belegschaft minus 30 %, rückbesinnung auf ör auftrag.

1 kanal zur unterhaltung mit haltung mit vielen, vielen eigenproduktionen.
1 kanal für info, bildung, etc.

mit dem werbekuchen sollen dann die privaten glücklich werden. ob es die zuseher werden, wage ich zu bezweifeln, lasse mich aber gern eines besseren belehren.

Para Dox
24.06.2009 15:59

Das Problem ist, dass die Eigenproduktionen viel teurer sind als der Einkauf von Serien.

Außerdem soll der ORF ruhig internationale (auch amerik.) Serien zeigen, die nicht oder praktisch nicht im Privat-TV laufen. Dazu gehören derzeit Little Britain oder The Office.

cwebb1977
24.06.2009 12:59
Ui

ui, echt? Nur zwei ÖVP-Länder kassieren nix zusätzlich ab. Uije das wird hier einigen nicht gefallen.

skilp30
24.06.2009 12:56
ORF Privatisieren

und aus! Diese Diskussionen sind sinnlos denn in spätestens 5 Jahren (wenn so weitergemacht wird wie bisher) wirds keinen ORF mehr geben.

Rettet den ORF und nicht die Gebührenzahler. Die wollen nämlich gar nix zahlen. Diese Gebühren sind veraltet und unfair...

wie ich schon sagte - Privatisieren und aus mit der unnötigen Diskussion.

Peter Siska
 
03.09.2009 09:07
Abschaffung der Zwang-Rundfunkgebühren

Hallo, die GIS-Gebühr muss abgeschafft werden, da das ORF-Programm laufend schlechter wurde (auch Hr. Heinzl wird das nicht retten), ich habe in meiner Wohnung (Betonbau) keinen guten Empfang (eine Dachantenne darf ich aber nicht montieren),
da die GIS jederzeit bei mir überprüfen kommen kann,
fordere ich endlich die Abschaffung dieser unzeit-
gemässen Rundfunkgebühr. Weiter kämpfen! LG Peter

Para Dox
24.06.2009 16:00

ja, ja: Prolet will weiteren Proleten Sender und darüber diskutieren will er natürlich auch nicht.

Elfmeter
24.06.2009 12:52
wow....

.... klare Worte aus des Paierls Mund. Vielleicht hat er mit dem Thema ORF mehr Erfolg, als mit der Realpolitik in der Steiermark. Ich würd's ihm wünschen und schlage vor, dass sich die Gruppe derer, die nicht nur WischiWaschi zum ORF reden, vermehrt!

Luxi
24.06.2009 12:47
Hauptsache...

...wir bekommen nicht wieder den ORF-Schrott "mitten im Achten" zurück!!!

Med Austria
24.06.2009 12:35
'zugekaufte Allerwelts-Serien, die im ORF und bei Privatsendern laufen'

Da bin ich zwar 100% bei Ihnen, allerdings geht es mir nciht weit genug. Ist es zum Beispiel notwendig, sinnvoll und im Sinne eines Öffentlich-Rechtlichen Rundfunks dass:
- im Fernsehen neue Filme grundsätzlich zeitgleich oder zumindest innerhalb von 24 Stunden der Ausstrahlung auf einem deutschen Sender gebracht werden?
- Gnadenlos Publicity-Verlinkung zwischen radio und TV vorgenommen wird (OE3 ist da am schlimmsten, berichten sehr viel über ORF Fernsehsendungen, aber auch die anderen Kanäle, zB Radio Wien)
-Leute wie der unerträgliche Scharlatan "Prof" (für was eigentlich) Hademar B. dauernd auftreten und zusätzlich zu Ihrer Bezahlung hierfür gratis Werbung für das neue Buch machen?
-ORF online Privatmedien radikal verdrängt?

Yaketi Yak
24.06.2009 12:10
jaja, Anwalt des Publikums

Warum melden sich seitens der Parten immer solch seltsame, ganz uneigennützige Medien-"Experten" zu Wort? Herbert Paierl hat schon die steirische ÖVP fast in den Abgrund geritten und war/ist ein überbezahlter Manager in staatsnahen Betrieben und Spekulantenunternehmen. Seine ach so tolle Expertise (z.B. Wendelin Wiedekind sei der Porsche-Messias, wohl nicht mehr ganz up to date) und Upper Class-Sicht der Dinge stellt er in Interviews wie diesem bloss: http://www.furche.at/system/sh... php?t=302. Irgendwie erinnert der gute Mann an jenen Manager, der noch vor wenigen Monaten als heisser Tipp für den ORF-Finanzchef gehandelt wurde und nach dem skandalösen Finanzdesas beim Flughafen Wien-Ausbau seltsam rasch von der Bildfläche verschwand

HookMind
24.06.2009 15:17

Soviel zu seiner Person ... und was sagen Sie zu seiner Aussage?

Yaketi Yak
24.06.2009 15:43

Ja mei. No na. Nicht besonders mutig, radikal, neu, originell oder sonstwie bemerkenswert. Die Wortmeldung eines ÖVP-Parteisoldaten, der halt die Position von Raiffeisen, Styria & Co. unter dem sozial verträglichen und anmutigen Deckmäntelchen der "Rettung der Gebührenzahler" vertritt.

Außerirdischer
24.06.2009 11:42
Für ein österreeichisches Produkt würde ich wieder zahlen!

Seit 2000 habe ich keinen Fernseher mehr! Wer glaubt, da geht einem was ab, schaut zuviel Werbung! Ich les' Bücher! Und ich bin garantiert nicht ''overinformed and underfucked''!

Aber wenn der ORF ein Gegengewicht zu den Privaten bildet - inhaltlich - dann schau ich ab und zu wieder rein. Und zahl auch dafür!

Der ORF wird durch obigen Vorschlag im Artikel wahrscheinlich ''elitär''. Aber wenigstens österreichisch elitär.

Zwischen Oper und Musikantenstadl ist kulturell und qualitativ sehr viel Platz: Qualität kann Spaß machen!

Nicht jeder mag Komasaufen und so sollte auch Fernsehen mehr sein als eine Vertrotteluingsmaschine zum niedersedieren.

Der alte Gerd Bacher-Traum von der österreichischen BBC!

christina_t
13.04.2010 11:27

ich dachte früher, dass die GIS-gebühren dafür da wären, um die niedrigeren quoten für fernsehen mit bildungsauftrag auszugleichen.
daher gibts auch hier schon lange keinen fernseher mehr. hätt ich einen, müsst ich für eine leistung zahlen, die ich nicht erhalte, denn bildung sucht man im orf schon lang vergeblich.

bruder jakob
24.06.2009 11:39
privatisierung der medien

private sender, die nur dem profit der eigentümer verpflichtet sind, wollen werbeeinnahmen maximieren. dazu werden nachrichten und sonstige informationen auf ein besonders niedriges, leicht verdauliches niveau geschraubt, das nach möglichkeit auch noch untehaltend wirkt.

ohne seriöse information und ernsthafte diskussionen verblödet die öffentlichkeit dann langsam aber sicher. und je blöder sie ist, umso simpler können die informationen der privaten medien gestaltet werden. aus dieser spirale führt kein weg raus, und an ihrem tiefsten punkt wartet dann ein berlusconi-strache als kanzlerpräsident.

Irrer Wahnsinn
24.06.2009 10:14
Bitte privatisieren!

Diese leidlose Diskussion über den Staatsfunk gebärdet sich als ein Diskurs der Regierungseliten. Aus meiner Sicht hat diese merkwürdige pseudo öffentliche Kommerzbude überhaupt kein Anrecht auf einen Cent Gebührenentgelder ausgenommen sind OE1 und zum Teil FM4, aber der Rest?

Almi66
24.06.2009 08:15
Für mich ist der BR ein Vorbild

Die Bayern produzieren viele Sendungen selbst und verfügen zudem über einige Sendungen im Bildungssegment. Warum etwa gibt es im ORF keine Sprachsendung? Warum werden die meisten DOKUS zugekauft?

Warum bespielt der ORF zwei Programme, wenn eines davon nur Abspielstation von biligen Serien ist?

Sport und (niveauvolle) Unterhaltung könnte man zur Not noch in ORF2 packen!

Dormouse
24.06.2009 09:28

stimmt, die öffentlichen deutschen sender sind alle ziemlich gut...bin meistens auf arte, 3sat, einem der bayrischen manchmal auch zdf doku od. history channel. auf alle fälle sind die öffentlich rechtlichen in deutschland was das niveau anbelangt dem orf um einiges voraus!

mfg

Para Dox
24.06.2009 16:09
1. gehört 3SAT auch dem ORF

2. kooperiert der ORF mit Arte.
3. sind ARD bzw. ZDF (schon gar nicht) nicht viel besser als ORF2. Kultur fehlt auf diesen Sendern z.B. komplett.

Loggo
24.06.2009 07:57
Das einzige...

was ich seit dem Umstieg auf Digital - Sat (also kein ORF mehr) vermisse, ist die "Zeit im Bild".

Alles andere was mich interessiert gibt's auf DVD (Online Videothek, ca. 1,2 Euro pro Film inkl. Versand), im Kino, bei den deutschen oeffentlichen Sendern oder den Privatsendern. Durch die Aufnahmefunktion vom Receiver ist mir die Werbung auch relativ egal.

René Monet
 
11.09.2009 11:13
orf2e

über digi-sat sendet auch zib.

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