Immofinanz-Deal in St. Moritz hat Nachspiel

23. Juni 2009, 19:07
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St. Pöltner Privatstiftung erwägt Schadenersatzansprüche

Wien - Laut Amtsblatt der Wiener Zeitung steht am 14. Juli eine spannende Hauptversammlung einer ansonsten weniger im Rampenlicht stehenden Firma bevor, der Süba Beteiligungs AG mit Sitz in der Wiener Paulanergasse. Die Vorgeschichte: Im März 2002 hat die Immofinanz AG um rund 40 Millionen Euro im Schweizer Skiort St. Moritz das Fünf-Stern-Haus Grand Hotel des Bains Kempinski erworben. Gemeinsam mit Süba wurde das Luxushotel entwickelt und renoviert. Im Jänner 2003 wurde die Neueröffnung gefeiert, die Immofinanz hielt 50 Prozent am Grandhotel, die andere Hälfte gehörte Süba.

Bei der am Dienstag angekündigten Hauptversammlung erscheinen nun die Aufgrund des Antrags einer Lengersdorff-Privatstiftung eingeschobenen Punkte elf, zwölf und 13 der Tagesordnung brisant: "11. Bericht des Vorstands über die aktuelle Geschäfts- und Liquiditätslage sowie Planung für die Geschäftsjahre 2009 und 2010. 12. Beschlussfassung über die Entziehung des Vertrauens gegenüber dem vormaligen Vorstandsmitglied Dr. Rainer Daumann. 13. Beschlussfassung über die Geltendmachung von Schadenersatzansprüchen gegen Mitglieder der Organe der Gesellschaft aufgrund der vor und anlässlich der Veräußerung der Anteile der Gesellschaft an der Les Bains de St. Moritz Holding AG an die Immoaustria Immobilien Anlagen GmbH gewährten Vergütungen und Honorare."

Die Immoaustria Immobilien Anlagen GmbH wurde im Februar 2008 von der Immofinanz AG übernommen, danach an die Immoeast AG weiterverkauft und mit dieser verschmolzen. Immoaustria gehörte damals zu 100 Prozent der Immofinanz, Les Bains de St. Moritz zu 50 Prozent. Karl Petrikovics, ehemaliger Chef der Immofinanz, war auch Präsident der beim Bau vom Kempinski aktiven Les Bains de St. Moritz Holding AG sowie Geschäftsführer der Immoaustria. In der Zwischenzeit ist er wie berichtet von allen Funktionen zurückgetreten.

Die Lengersdorff-Privatstiftung mit Sitz in St. Pölten ist mit 14,6 Prozent der zweitgrößte Aktionär der Süba Beteiligungs AG, nach deren Mutter Süba Bau AG (die restlichen Anteile sind im Besitz deutscher Investoren), die 52 Prozent hält. Laut Peter Nikolaus Lengersdorff, Antragsteller der oben genannten Tagesordnungspunkte, hätte es auf Standard-Anfrage Bestrebungen gegeben, alles vor der Hauptversammlung zu klären. Dieses Vorhaben ist jedoch offensichtlich misslungen. Genaueres müsse nun intern geklärt werde, sollte dies erledigt sein, könne er mehr dazu sagen. Andere Beteiligte waren zu keiner Stellungnahme bereit. (Peter Brandhofer, DER STANDARD, Printausgabe, 24.6.2009)

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