Bezeichnung "Blondine" kein Angriff auf "maskuline Würde"

24. Juni 2009, 10:39
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Gerichtshof gab Journalisten recht, der in Serbien verurteilt wurde, weil er einen Juristen mit einer blonden Frau verglichen hat

Straßburg - Einen Mann mit einer "Blondine" zu vergleichen, verletzt die männliche Würde nicht. Mit dieser Feststellung gab der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte am Dienstag einem serbischen Journalisten recht, der gegen seine Verurteilung wegen Beleidigung nach der Veröffentlichung eines Artikels in der Zeitung "Kikindske" Beschwerde eingelegt hatte.

In einem Artikel war ein als "Blonder" bekannter örtlicher Jurist mit dem Foto einer nur in Unterwäsche gekleideten blonden Frau verspottet worden, unter dem seine Initialen standen. Der Gerichtshof lehnte die Begründung der serbischen Richter als "inakzeptabel" ab, wonach der Vergleich eines Mannes mit einer "Blondine" einen Angriff auf die "Integrität der maskulinen Würde" darstelle. Das Foto sei zwar "ein wenig spöttisch", komme jedoch keiner persönlichen Beleidigung des Juristen gleich. Das Gericht urteilte, Serbien habe die Meinungsfreiheit verletzt.

Beim zweiten zur Diskussion stehenden Artikel hatte ein Journalist einen Historiker ebenfalls in "Kikindske" wegen seiner nationalistischen Thesen als "Idioten" und "Faschisten" bezeichnet. Diese Äußerungen seien als Reaktion auf ein provokantes Interview des Historikers im Rahmen der Freiheit der Meinungsäußerung gerechtfertigt, urteilte das Gericht. (APA/Ag.)

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    Keine Ehrbeleidigung für einen Mann, mit einer Blondine verglichen zu werden: Der Menschenrechtsgerichtshof korrigiert ein diesbezügliches Urteil eines serbischen Gerichts.

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