WK-Präsident hält Vorschläge der Frauenministerin für "Gegacker"

23. Juni 2009, 16:52
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Grüne Wirtschaft Tirol und Grüne Tirol verlangen Entschuldigung: Aussage "entzieht Bodenseer die Legitimation als Kammerpräsident"

Der Tiroler Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer hat die Vorschläge von Frauenministerin Heinisch-Hosek gegen die Einkommensschere in Österreich als "unüberlegtes, politisches Gegacker" bezeichnet. Die Grüne Wirtschaft Tirol und die Grünen Tirol verlangen nun eine Entschuldigung: "Die Ankündigung einer Bundesministerin, endlich für Lohngleichheit zwischen Frauen und Männern zu sorgen, als 'Gegacker' zu bezeichnen, entzieht Bodenseer die Legitimation als Kammerpräsident", so Angelika Hörmann und Christine Baur in einer Aussendung am Dienstag. "Gegacker" sei überdies eine grobe Beleidigung für alle Frauen.

Bodenseers Aussage sei umso verwerflicher, als sich die Pläne der Frauenministerin auch mit jenen von Bodenseers Parteikollegin, Staatssekretärin Marek, decken, betonen Hörmann und Baur: "Für diese Entgleisung ist eine Entschuldigung vom Wirtschaftskammer-Präsidenten das Mindeste. Aber nicht bei uns oder bei Frauenministerin Heinisch-Hosek, sondern bei den hunderttausenden Frauen, die nicht nur Arbeit und Familie unter einen Hut bringen, sondern dann auch noch unter einem Viertel weniger Bezahlung als Männer leiden."

Es sei hinreichend bewiesen, dass Frauen für die gleiche Arbeit wesentlich schlechter bezahlt werden und dass Österreich dabei besonders schlecht abschneide – in der EU gibt es nur in Estland noch größere Einkommensunterschiede. "Wir brauchen offenbar keine neuen Studien mehr über die ungleichen Einkommen für Männer und Frauen. Wir brauchen andere PolitikerInnen, die nicht in realitätsverweigernde Beleidigungen gegen die Hälfte der Bevölkerung flüchten, wenn sie mit Tatsachen nicht zurecht kommen", richtete Hörmann in ihrer Funktion als Sprecherin der Grünen Wirtschaft Tirol  Bodenseer aus. "Der Präsident hat keine Ahnung von der Lebenswelt arbeitender Frauen, von den Problemen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen und von der Stigmatisierung berufstätiger Mütter. Aber Hauptsache, er widerspricht allen verfügbaren Studien und leugnet die massiven Einkommensunterschiede." (red)

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