"Queers on Wheels" gegen Schubladendenken

23. Juni 2009, 16:19
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Verein sucht Mitrollende, die an neuen Sichtweisen über Menschen mit Behinderung mitwirken wollen

Wenn am 4. Juli wieder alle von der heterosexuellen Norm abschweifenden Menschen über Wiens Ringstraße hinwegziehen, werden dieses Jahr zum ersten Mal auch die "queers on wheels" dabei sein. Die "Queers on Wheels" sind eine Gruppe behindert queerer und queer behinderter Personen, die bei der Parade Sichtbarkeit für (geh-)behinderte Menschen erreichen wollen. 

Die Gruppe versteht "queer" als breiten Begriff: Dieser meint nicht nur sexuelle Orientierungen, sondern hinterfragt vor allem auch herrschende und gewohnte Bilder von Körpern, Liebe, Beziehung und Sexualität. "Queers on Wheels" möchten diese Vorstellungen und Bilder besonders in queeren und behinderten
Selbstorganisationen in Frage stellen.

Ein Rollstuhl wird gern mit Angst ( "hoffentlich passiert mir das nie!") und ausgrenzendem Mitleid ("ach, du Arme/r!") betrachtet. Die Queers on Wheels
hingegen möchten eine andere Sichtweise eröffnen: mit dem gemeinsamen Aufrollen wird der Rollstuhl als Symbol lustvoll und erotisch besetzbar.

Für die erste Teilnahme an der Regenbogenparade wünschen sich die OrganisatorInnen vielle Mitrollende auf Inline Skatern, Rollstühlen,
Skootern, Rollatoren, Skate Boards oder Pflegebetten - nur Zweiräder finden sie eher fad. 

Weitere Informationen und Anmeldung zum Rollstuhltrainung bei Tamara Grundstein (tamara.grundstein@goldfisch.at) und/oder Georgie Gruber (klaudia.gruber@chello.at). (red)

  • Artikelbild
    foto: queers on wheels
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