Shirin Ebadi fordert politische Sanktionen gegen Teheran

23. Juni 2009, 18:45
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Nobelpreisträgerin bekräftigt Ruf nach Neuwahlen

Brüssel - Die iranische Menschenrechtsanwältin und Friedensnobelpreisträgerin Shirin Ebadi fordert politische Sanktionen gegen Teheran. "Ich bin gegen wirtschaftliche Sanktionen, weil darunter vor allem die Bevölkerung leiden würde, was ich will, sind politische Sanktionen gegen den Iran", sagte Ebadi am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Brüssel. "Die EU-Staaten sollten nicht mit dem Iran verhandeln und keine Mitglieder der iranischen Regierung treffen, bis die Gewalt ein Ende hat und Neuwahlen stattfinden."

Ebadi hält sich bereits seit zwei Wochen im Ausland auf. Ihr Zentrum für den Schutz der Menschenrechte in Teheran sei zwischenzeitlich geschlossen worden, sagte die Anwältin. Zwei ihrer Mitarbeiter seien festgenommen worden. Sie wolle aber trotzdem bald nach Teheran zurückkehren. Ebadi war 2003 wegen ihres Einsatzes für die Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. 

EU sichert Solidarität zu

Die Europäische Union hat der iranischen Rechtsanwältin und Nobelpreisträgerin Shirin Ebadi die Solidarität der Europäer im Kampf für die Menschenrechte im Iran versichert. In diesem Sinne äußerten sich EU-Chefdiplomat Javier Solana und EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner am Dienstag in Brüssel nach Gesprächen mit der Friedensnobelpreisträgerin von 2003.

Ebadi habe über die Lage im Iran nach den Präsidentenwahlen berichtet. Sie sei "zutiefst besorgt" über Verstöße gegen die Menschenrechte, teilte Solana mit. Ebadi und die EU-Spitzenvertreter verurteilten insbesondere Unterdrückungsmaßnahmen gegen die Medien und gegen friedliche Demonstranten.

Die Regierung in Teheran müsse unbedingt gewaltlose Demonstrationen erlauben. Solana versicherte, die Entwicklung im Iran bleibe eine der Hauptsorgen der EU. Ferrero-Waldner sagte nach einem Gespräch mit Ebadi: "Wir erwarten, dass die Krise durch demokratischen Dialog und friedliche Mittel beendet wird."

 

(APA/AP)

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