Musikbranche feiert Urteil gegen Online-Piraten bei RapidShare

23. Juni 2009, 15:38
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5.000 Musiktiteln dürfen nicht zugänglich sein - "Meilenstein im Kampf gegen die illegale Nutzung von Musikwerken im Internet"

Die deutsche Musikbranche meldet einen Etappensieg gegen Filesharer: Das Landgericht Hamburg verbot dem Online-Speicherdienst Rapidshare.com, rund 5.000 Musiktitel im Internet öffentlich zugänglich zu machen. Die Musikbranche feierte das Urteil am Dienstag als Durchbruch.

Maßnahmen gegen Online-Piraterie ungenügend

Wie die Urheberrechte-Gesellschaft GEMA in München erklärte, ist Rapidshare laut Urteil "selbst dafür verantwortlich, dass eine Veröffentlichung der betreffenden Musikwerke über seine Plattform in Zukunft nicht mehr erfolgt". Zugleich habe das Gericht festgestellt, dass die von Rapidshare und ähnlichen Portalen getroffenen Maßnahmen gegen Online-Piraterie ungenügend seien.

Denn die Kontrolle der gespeicherten Dateien sei technisch durchaus möglich. GEMA-Chef Harald Heker sprach von einem "Meilenstein im Kampf gegen die illegale Nutzung von Musikwerken im Internet". Der Streitwert von 24 Millionen Euro sei eine ganz neue Dimension.

"Wir gehen in die nächste Instanz."

Rapidshare-Sprecherin Katharina Scheid sagte: "Wir haben verloren." Aber sie fügte hinzu: "Wir gehen in die nächste Instanz." Vorstand Bobby Chang sagte in Cham im Schweizer Kanton Zug, die Gerichte urteilten sehr unterschiedlich. So habe das Oberlandesgericht Köln 2007 festgestellt, dass Rapidshare seinen Pflichten hinreichend nachkomme. Ein weiteres Verfahren laufe noch in Düsseldorf.

Die GEMA vertritt in Deutschland die Urheberrechte von rund 60.000 Komponisten, Textautoren und Musikverlegern sowie über eine Million Rechteinhabern aus aller Welt. Rapidshare AG gilt als einer der größten Speicherplatz-Anbieter weltweit. Die Kunden können Filme, Musik oder andere Dateien in eine Art Postfach kopieren und anderen den Zugang dazu ermöglichen. (APA/red)

 

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