Virtuelle Desktops sollen Computer-Arbeitsplätze effizienter machen

23. Juni 2009, 15:02
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Mehr Sicherheit und Flexibilität - Konferenz in Graz: Geschwindigkeit und Gerätetreiber als Herausforderungen

Einfachere Sicherung kritischer Daten, geringerer Aufwand bei der IT-Administration und mehr Mobilität von Computerarbeitsplätzen waren die Hauptthemen der einer Virtual Desktop Konferenz am Dienstag in Graz. Bei der sogenannten Desktopvirtualisierung werden nicht nur einzelne Anwendungen von einer zentralen Stelle abgerufen, sondern das komplette Betriebssystem inklusive aller Programme und Daten, erklärte Experte Alexander Spörker.

Hardware

Das Virtual Desktop System funktioniere sowohl mit konventionellen Client-Computern (PCs, Macs) als auch mit sogenannten Thin Clients. Bei letzteren handelt es sich um abgespeckte Clients, die kein eigenes Betriebssystem oder einen eigenen Speicher besitzen und somit vom Rechenzentrum abhängig sind. Der Vorteil sei, dass man im Schadensfall nur die Hardware austauschen müsse und keine aufwendige Softwareinstallation vornehmen müsse, erklärte Spörker von Sun Microsystems im APA-Gespräch.

Geschäftsreisen

Auf normalen Clients, auf denen bereits ein Betriebssystem installiert sei, könne man sich über eine spezielle Applikation in den Unternehmensdesktop einwählen. Neben Standrechnern und Laptops könnten auch mobile Computer wie PDAs als Endgeräte fungieren. Gearbeitet werde auch noch an einer Offline-Variante, bei welcher der virtuelle Desktop auf das Endgerät geladen wird um zum Beispiel für Geschäftsreisen vom Rechenzentrum unabhängig zu sein.

Als großen Vorteil der virtuellen Desktops hob Spörker die zentrale Verwaltung der Daten im Rechenzentrum hervor. Sowohl die Administration werde einfacher als auch der Schutz der Daten vor Zugriffen von außen und vor Schadprogrammen. Noch sicherer seien die Thin Clients, bei denen der Benutzer wegen der VPN-Verbindung zum Data Center nicht in der Lage sei, schädliche Daten in das Rechenzentrum hinein zu bringen. Da es sich bei den virtuellen Desktops um isolierte Systeme handle, habe ein befallener Desktop auch keinerlei Auswirkungen auf den restlichen Datenbestand.

Mankos: Speicherbedarf und Geschwindigkeit

"Mankos" bei den Virtual Desktop Systemen sieht Spörker im Bereich des Speicherbedarfs und der Geschwindigkeit. So müsse neben einem Speichersystem für die großen Datenmengen der modernen Betriebssysteme auch genügend Arbeitsspeicher vorhanden sein, da die Virtualisierung sehr speicherintensiv sei. Auch bei der Treiberunterstützung für Peripheriegeräte wie Drucker oder Scanner gebe es noch Einschränkungen - nicht alle Geräte würden derzeit unterstützt, gibt Spörker zu. Bedenken wegen Datenschutz bei der zentralen Speicherung von Benutzerdaten hat Spörker nicht, hier gebe es die Möglichkeit "individuelle Userdiscs" für die einzelnen User in den entsprechenden Desktops einzurichten, auf die nur sie zugreifen könnten. (APA)

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