Ifo-Index signalisiert Hoffnung

23. Juni 2009, 14:43
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Experten sehen Bodenbildung ab Frühjahr 2010

Berlin - Die deutsche Wirtschaft steckt nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts bis weit in das kommende Jahr hinein in der Rezession. Mit einer Bodenbildung bei Produktion und Nachfrage sei erst im kommenden Frühjahr zu rechnen, teilten die Münchner Wirtschaftsforscher am Dienstag mit. "Die Lage ist grottenschlecht", sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Das Schlimmste stehe der Wirtschaft aber noch bevor.

2009 werde die Wirtschaftsleistung um 6,3 Prozent schrumpfen. Für 2010 prognostizieren die Forscher ein weiteres Minus von 0,3 Prozent. Die Zahl der Arbeitslosen werde dann im Jahresschnitt von 3,6 Millionen auf gut 4,3 Millionen steigen. Damit zeigten sich die Münchner Experten ähnlich skeptisch wie in der Gemeinschaftsprognose, die im Frühjahr vorgelegt wurde. Zuvor schon hatte das Essener RWI seine Prognosen gesenkt. Es erwartet in diesem Jahr ein Minus von 6,4 Prozent, dem dann ein Mini-Wachstum von 0,2 Prozent folgen werde.

Nach dem scharfen Einbruch zu Jahresbeginn 2009 dürfte die Wirtschaftsleistung auch im Frühjahrsquartal gesunken sein, wenn auch deutlich geringer, erklärten die Ifo-Experten. Sie gehen von einem Minus von 0,7 Prozent aus. Für den Beginn einer allmählichen Stabilisierung spreche die aktuelle Entwicklung einer Reihe von gewichtigen Konjunkturindikatoren wie Produktion, Auftragseingang und Ifo-Geschäftsklima.

Investitions-Rückgang

Zu schaffen macht der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr der Einbruch bei Investitionen und Ausfuhren. Bei den Exporten erwarten die Experten einen Rückgang um 17 Prozent, bei den Ausrüstungsinvestitionen sogar minus 22,4 Prozent. Stabil dürfte dagegen der private Konsum bleiben, der sogar um 0,3 Prozent zulege. Allerdings drohe hier 2010 mit dem Anstieg der Arbeitslosigkeit ein Rückschlag, sagte Sinn.

Die schärfste Rezession seit Gründung der Bundesrepublik belastet überdies den Staatshaushalt massiv. Die Defizitquote werde im nächsten Jahr auf 6,0 Prozent steigen und damit doppelt so hoch liegen wie im EU-Stabilitätspaket festgelegt. (APA/Reuters)

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