Siemens-Protestmarsch in der Wiener Innenstadt

23. Juni 2009, 14:17
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"Vom Wetter lassen wir uns heute nicht aufhalten"

Die Belegschaft der Siemens Softwaresparte SIS hat am Dienstag lautstark und zahlreich gegen den geplanten Abbau von 632 Mitarbeitern protestiert. "Wir umarmen das Parlament", rief Betriebsratschef Samadani seinen Kollegen zu, die daraufhin eine Menschenkette um das Parlament bildeten. Laut Veranstalter fanden sich trotz Schlechtwetters bei der Abschlusskundgebung 2.000 Protestierende ein.

Streik

"Vom Wetter lassen wir uns heute nicht aufhalten", hieß es von den Teilnehmern. Sie wurden bei teilweise strömenden Niederschlägen von einem Großaufgebot der Polizei begleitet. Samadani betonte einmal mehr, dass es einen Streik gibt sobald die ersten Mitarbeiter beim AMS zur Kündigung angemeldet werden. Er hofft, beim nächsten Verhandlungstermin kommende Woche noch auf ein Einlenken des Managements, sieht aber wenig Chancen dafür. Beim bisher letzten Gespräch am Montagabend habe sich jedenfalls die Konzernführung "null bewegt", so Samadani zur APA.

"Heute wir - morgen wir"

Kundgebungsteilnehmer ermahnten in Plakaten vorbeiziehende Passanten, auch über ihren Arbeitsplatz nachzudenken. "Heute wir - morgen wir", stand etwa zu lesen. Auffällig war der hohe Akademikeranteil unter den Protestteilnehmern, hieß es doch immer von Seiten der Wirtschaft und Politik, Bildung schützt vor Arbeitslosigkeit.

GPA-Chef Katzian meinte, ein Streik sei nichts, das man leichtfertig androhe, aber das letzte Mittel. Er geht davon aus, dass davor auch noch die Gewerkschaft in die Verhandlungen mit einbezogen wird. Und er erinnerte Siemens daran, dass es ein großer Auftragnehmer von öffentlichen Aufträgen ist und daher auch Solidarität mit dem Standort Österreich erwartet werden könne. (APA)

 

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