Oetker tritt auf die Kostenbremse

23. Juni 2009, 13:47
posten

Bielefeld - Der deutsche Reederei- und Lebensmittelkonzern Oetker will angesichts unerwartet schlechter Geschäfte weniger investieren. Sicherung der Liquidität habe für die unmittelbare Zukunft Vorrang vor externem Wachstum und Rentabilität, sagte der persönlich haftende Gesellschafter August Oetker am Dienstag auf der Bilanz-Pressekonferenz in Bielefeld. Einige "liquiditätsbelastende Projekte" würden zurückgestellt. Im Jahr 2009 lägen zurzeit alle Firmen unter ihren Umsatzplanungen, ergänzte Finanzchef Ernst Schröder.

Im vergangenen Jahr war der Umsatz noch um einen Rekordwert von 19 Prozent auf gut 9,2 Mrd. Euro gewachsen. Der Umsatz des größten Geschäftsbereichs, der Schifffahrtstochter Hamburg Süd, stieg um 24 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro. Der Appetit der Verbraucher auf Pizza, Müsli und Schokopudding führte in der zweitgrößten Sparte Nahrungsmittel zu einem Erlösplus von 5,6 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro. Mit Akquisitionen in Portugal, Osteuropa und dem Kauf des Europageschäfts des US-Anbieters Schwan's stärkte Oetker seinen Absatz mit Tiefkühlpizza.

Den Umsatz mit Bier und alkoholfreien Getränken konnte die Radeberger Gruppe stabil halten. Zwar ging der Umsatz der marktführenden Gruppe in einem um ein Prozent rückläufigen Biermarkt ebenfalls um ein Prozent zurück, doch erhöhte Oetker die Preise. Mit dem Kauf des Getränkfachgroßhändlers Essmann stieg der Erlös um knapp 32 Prozent auf 1,6 Mrd. Euro. Stark entwickelte sich erneut die Marke Schöfferhofer. Auch der Sekt der Oetker-Marke Henkell & Co wurde stärker nachgefragt, der Absatz mit Wein und Spirituosen wie Wodka Gorbatschow ging jedoch zurück, auch wegen Preiserhöhungen. (APA/Reuters)

Share if you care.