Blu-ray findet nur langsam Verbreitung

23. Juni 2009, 13:41
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Konsumenten stehen DVD-Nachfolgeformat skeptisch gegenüber

Das aus dem harten Wettbewerb mit HD-DVD siegreich hervorgegangene Blu-ray-Format findet weltweit nur wenig Anklang. Trotz eines stetig steigenden Anteils an Besitzern von HD-TV-Geräten sehen etwa 93 Prozent der US-Konsumenten keinen Anlass, um einen Blu-ray-Player zu erwerben. "Blu-ray befindet sich in einem intensiven Wettbewerb mit anderen Technologien wie Kabel- und Satelliten-TV sowie zahlreichen über das Internet abrufbaren Services. Konsumenten finden mittlerweile einfacheren Zugang zu TV- oder Video-on-Demand-Services in HD-Qualität", sagt Milton Ellis, Vice President Interactive Technology, Media and Telecom Practice vom Marktforschungsinstitut Harris Poll. In Zukunft würden Filme in HD-Qualität vorwiegend auf dem Wege von High-Speed-Downloads oder Streaming zugänglich, was Blu-ray-Player bzw. Blu-ray-Discs nahezu verzichtbar mache.

Free- und Pay-TV-Services

Laut dem Marktforschungsinstitut Monheimer Institut hatte Sony in Deutschland schon siebenmal so viele PS3 verkauft wie alle übrigen Hersteller HD-DVD-Abspielgeräte. Die weltweit nachgefragte Spielkonsole unterstützt das Blu-ray-Format und hat neben technischen Faktoren wie fehlender Regionalcodes und der größeren Speicherkapazität der Discs sicher dazu beigetragen, dass sich Blu-ray als Nachfolgeformat der klassischen DVD durchgesetzt hat. "Vor zwei Jahren war man noch relativ optimistisch, was die Durchsetzung von Blu-ray betrifft. Die in den letzten zwei Jahren starke Erweiterung von Free- und Pay-TV-Services sowie von Internetdiensten in hoher Qualität wirkt sich aber auch in Deutschland nachteilig auf die Verbreitung von Blu-ray aus", meint Wolfgang Schlünzen, Geschäftsführer und Medienexperte vom Monheimer Institut, auf Anfrage von pressetext.

Auch die erst im April 2009 durchgeführte Untersuchung von Harris Poll zeigt, dass selbst Besitzer einer PS3 oder eines Blu-ray-Players künftig nicht völlig auf das Blu-ray-Format setzen, vor allem, weil die Anschaffungspreise für die Datenträger schlichtweg zu hoch sind. Gerade einmal ein Viertel der Befragten beabsichtigt, zur Gänze auf das Format umzusteigen. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass User von Standard-DVDs in Hinkunft die zentrale Zielgruppe sein werden. Schon das Monheimer Institut kam zu dem Schluss, dass ein Gros von 80 Prozent der Otto-Normal-Verbraucher vorerst bei herkömmlichen DVDs bleiben wird, eine Annahme, die sich zu bestätigen scheint. Die Verkaufszahlen von Blu-ray-Playern bleiben - zumindest in den USA - auch nach dem ausgestandenen HD-Formatkrieg auf niedrigem Niveau. Wenn der Standard in nächster Zeit nicht wirklich angenommen wird, droht ein baldiges Ende des DVD-Nachfolgers. (pte)

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