Deutschland ist Supercomputer-Schwergewicht

23. Juni 2009 13:34
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Forschungszentrum Jülich mit zwei Rechnern in aktuellen Top Ten

Die am Dienstag im Rahmen der International Supercomputing Conference 09 veröffentlichte Liste der aktuell 500 rechenstärksten Supercomputer der Welt  wird zwar mit „Roadrunner" und „Jaguar" erneut von zwei US-Rechnern angeführt. Doch schon auf Platz drei folgt mit dem jüngst aufgerüsteten „Jugene" ein Supercomputer des Forschungszentrums (FZ) Jülich. „Dieser Rechner wird dem High Performance Computing (HPC) in Deutschland und Europa einen neuen Schub geben", meint Michael Resch, Direktor des High Performance Computing Center Stuttgart (HLRS), gegenüber pressetext. Auch das HLRS ist Teil einer deutschen HPC-Phalanx, die sich in Sachen Gesamtrechenleistung der in den Top 500 vertretenen Rechnern nur den USA geschlagen geben muss.

„Es besteht eine Zehn-Gigabit-Verbindung zwischen den Standorten, sodass die Systeme miteinander verschaltet werden könnten"

Europas stärkster Superrechner Jugene erreicht zwar laut Linpack-Benchmark nur eine Rechenleistung von 825,5 Teraflops und knackt die Petaflop-Marke - eine Brd. Rechenoperationen pro Sekunde - laut Top-500-Liste lediglich theoretisch. Dennoch schafft das FZ Jülich auch praktisch ein Petaflop Rechenleistung, denn mit dem Superrechner „Juropa" auf Platz zehn ist die Einrichtung gleich doppelt in der absoluten HPC-Spitze vertreten. Doch auch sonst ist Deutschland in den Top 500 stark aufgestellt, unter anderem dank dem Norddeutschen Verbund zur Förderung des Hoch- und Höchstleistungsrechnens (HLRN). Er ist mit insgesamt vier Silicon-Graphics-Systemen an den Standorten Berlin und Hannover auf den Plätzen 43, 44, 199 und 200 vertreten. „Es besteht eine Zehn-Gigabit-Verbindung zwischen den Standorten, sodass die Systeme miteinander verschaltet werden könnten", sagt Ralf Bröck, Vorsitzender der technischen Kommission des HLRN, gegenüber pressetext. Theoretisch würde das genug Rechenleistung bündeln, um damit den zwölftstärksten Superrechner der Welt auszustechen.

Cluster

Auf Platz 77 im internationalen Ranking findet sich der derzeit stärkste Rechner des HLRS, ein HPC-Cluster von NEC auf Basis von Xeon-Prozessoren. In Koopration des Rechenzentrums mit NEC wird in Stuttgart ein Hybridkonzept erarbeitet, auf dem laut NEC verschiedenste Anwendungen äußerst effizient laufen sollen. Als Entwicklungsschritt wird der HPC-Cluster mit einem NEC-Vektorrechner zur hybriden Plattform kombiniert. Mittelfristig werden sich Hybridsysteme breit durchsetzen, ist man in Stuttgart überzeugt. „Die Möglichkeit, zehn Mal so viele Transistoren einzusetzen, wird man nicht damit vergeuden, neue Prozessoren mit noch mehr identischen Kernen auszustatten", meint Resch. Er rechnet mit der Zusammenführung von CPU-, Grafik- und anderen Rechenkernen in einem Chip. Auch die aktuelle Nummer eins der Top 500, Roadrunner, sei ein hybrides Konzept, betont der Informatiker.

29 Rechner

Aktuell finden sich 29 deutsche Rechner in der Top-500-Liste, was den dritten Platz hinter den USA (291) und Großbritannien (44) bedeutet. Allerdings warten die Briten kein Top-Ten-System und nur fünf der 100 leistungsstärksten Superrechnern auf, während Deutschland in den Top 100 insgesamt neun Mal vertreten ist. Die Gesamtrechenleistung der 29 deutschen Superrechner von über 2,6 Petaflop liegt daher hinter den USA auf Platz zwei. Ein weiterer Gewinner des aktuellen Rankings ist Saudiarabien. Mit „Shaheen", einem IBM-System an der King Abdullah University of Science and Technology, ist ein Superrechner des Königreichs der leistungsfähigste Asiens. Insgesamt nimmt Shaheen Platz 14 im Ranking ein - geschlagen nur von elf US-Systemen und den zwei Jülich-Rechnern. (pte)

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10 Postings
eschi 80
24.06.2009 15:36

in schon weniger als hundert jahren sind computer doppelt so leistungsstark, zehntausendmal größer und so teuer dass nur die fünf reichsten könige von europa sich so was leisten können....

Speedle
23.06.2009 22:25

Haben solche Geräte auch so etwas wie "Systemabstürze"?

werwolfi
30.06.2009 21:02

kaum - von den 500 stück laufen ja nur 5 (also 1%) mit Windows, dafür 88,6% unter Linux und 4,4% unter anderen *NIX varianten ;oP

der rest ist BDS und "mixed" (whatever that means).

siehe http://www.top500.org/stats/list/33/osfam

Graph Bobby
24.06.2009 14:29
Sehr selten

Das sind Node-basierende Systeme, d.h. es läuft nicht auf dem gesamten großen Computer ein einziger Betriebssystem-Kernel, sondern es ist viel mehr vergleichbar mit einem Netzwerk von vielen kleinen Computern, von denen jeder einen eigenen Betriebssystemkernel hat.
Die Nodes von Blue Gene sind relativ primitiv, können nur jeweils einen Task pro Prozessor ausführen, und haben daher auch ein primitives Betriebssystem. Erst eine Ebene darüber läuft ein "normales", leistungsfähiges Multitasking-Betriebssystem (üblicherweise Linux oder AIX), um die Nodes zu programmieren, zu koordinieren, etc.
Diese Systeme crashen aber auch nur selten, noch zuverlässiger sind nur spezialisierte Embedded-OSs, wie sie z.B. für Avionik-Systeme verwendet werden.

Phantom91
 
23.06.2009 20:16

Wie kommt das Foto von meinem Arbeitszimmer hier her?

eschi 80
23.06.2009 19:50

der erste österreichische rechner: ein privater mainfraim auf platz 212. na ja, immerhin noch unterer durchschnitt, was will man mehr?
aber bei den hochschulen sind wir ja ganz vorne dabei. zwar nicht mehr unter den top hundert aber immerhin.
is ja auch viel zu teuer dieser ganze technik-schnick-schnack...

Graph Bobby
24.06.2009 14:34
Das ist kein Mainframe...

...sondern ein Cluster aus COTS-Hardware (Intel x86/amd64-Hardwareplattform)

n8schicht
23.06.2009 15:24
Jülich: Sollen wir mal...

...die Brennstäbe rauf und runter fahren lassen?

;-)

/stock/fisch
25.06.2009 14:42

Klassiker!

aber das kennt ja keiner hier ;-)

debian1
25.06.2009 21:21

War das nicht aus 23? Ist schon eine Zeit lang her dass ich den Film gesehen habe...

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