"Pariser Jahrhundertraub": 25 Täter gefasst

23. Juni 2009, 13:26
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Haben offenbar nichts mit "Pink Panther"-Bande zu tun

Sechs Monate nach dem Pariser "Jahrhundertraub" mit 85 Millionen Euro Beute hat die französische Polizei 25 mutmaßliche Täter gefasst. Einige von ihnen seien für schwere Bandenkriminalität bekannt, verlautete aus dem Pariser Innenministerium. Unter den Festgenommenen seien viele Franzosen, aber auch mehrere aus Israel angereiste Hehler. Ein Teil der Beute im Millionenwert aus einer Pariser Filiale der amerikanischen Luxusjuwelierkette Harry Winston wurde sichergestellt. Innenministerin Michele Alliot-Marie beglückwünschte die Fahnder zu ihrem Erfolg.

Zur Kundschaft von Harry Winston gehören die britische Königin Elizabeth II. sowie Stars wie Madonna, Gwyneth Paltrow oder Scarlett Johansson. Bei dem Überfall am 4. Dezember 2008 drangen vier Männer, von denen einige als Frauen verkleidet waren, mit Pistolen und einer Handgranate in den Laden ein. Innerhalb einer Viertelstunde räumten sie zahlreiche Ringe, Ketten und Uhren ab. Das Versicherungsunternehmen Lloyd's setzte eine Million Dollar (721.605 Euro) Belohnung auf die Klärung des Verbleibs der Wertsachen aus.

Dieselbe Harry-Winston-Filiale in der edlen Avenue Montaigne war bereits 2007 überfallen und um Juwelen im Wert von je nach Angaben zwischen 20 und 44 Millionen Euro beraubt worden. Die Ermittler glaubten, es könne sich um dieselbe Bande handeln. Weil die Täter sehr gut informiert waren und die Vornamen und persönliche Daten der Angestellten kannten, vermutet die Polizei Komplizen in dem bestohlenen Unternehmen. Ein Wachmann wurde festgenommen.

Mit den "Pink Panther", einer jahrelang weltweit aktiven Bande von Juwelenräubern, haben die Täter offenbar nicht zu tun. Zahlreiche Mitglieder der vom Balkan stammenden "Pink Panther" wurden mittlerweile verhaftet. Erst vor wenigen Tagen ging den Fahndern in Monaco einer ihrer Anführer, Vinko Tomic, ins Netz. Tomic soll bei Überfällen auf Juweliere auf Hawaii, in Thailand, Japan und der Schweiz teilgenommen haben. Wegen seines Rufes war zeitweise vermutet worden, er stecke auch hinter dem Pariser Überfall auf Harry Winston. (APA/dpa)

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