Niederösterreichische Kasse mit Millionendefizit

23. Juni 2009, 13:26
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Für 2009 und 2010 noch höhere Abgänge erwartet - Obmann Hutter: Aber keine Leistungskürzungen bei Kranken

St. Pölten - Die Generalversammlung der NÖ Gebietskrankenkasse (NÖGKK) hat am Dienstag den Rechnungsabschluss 2008 mit einem Defizit von 28 Mio. Euro beschlossen. "Das Finanzloch betrifft nicht nur die NÖGKK allein, sondern ist ein Systemproblem", hielt Obmann Gerhard Hutter dazu fest. 2009 und 2010 werde der Abgang mit erwarteten 46 bzw. 99 Mio. Euro noch höher sein.

Die Politik der vergangenen Jahre habe den Kassen mehr und mehr kassenfremde Leistungen aufgebürdet, sei aber dafür bisher "die Zeche schuldig geblieben", so Hutter. Die Alternative sei, bei den Ausgaben zu sparen. "Hier suchen wir seit Jahren nach Sparpotenzialen. Aber für massive Leistungskürzungen, die die Kranken treffen, stehe ich nicht zur Verfügung."

Mehr Leistungen, weniger Beiträge

Laut einer Aussendung hat das Budget 2008 der NÖGKK 1,775 Mrd. Euro betragen. Der größte Teil, konkret 1,684 Mrd. Euro, sei für die Versicherungsleistungen der Kunden aufgewendet worden. "Damit wurde abgesichert, dass jeder die medizinischen Behandlungen bekommt, die er benötigt. Auch 2008 haben die Anspruchsberechtigten der NÖGKK deutlich mehr an Leistungen beansprucht, als sie an Beiträgen eingezahlt haben", so Hutter. "Klar ist, dass sich das unterm Strich nicht ausgeht, aber als soziale Krankenversicherung werden wir nicht beim Kranken sparen."

Allein für ärztliche Hilfe habe die NÖGKK im vergangenen Jahr 422 Mio. Euro ausgegeben, für Heilmittel 446 Mio. Euro und für Spitalsbehandlung 483 Mio. Euro. Hutter: "Als soziale Krankenversicherung stellen wir das Geld für die Leistungen zur Verfügung, obwohl diese Summe nicht vollständig durch die Beiträge der Versichertengemeinschaft gedeckt ist." (APA)

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