US-Branchenverband besorgt über Internetüberwachung im Iran

23. Juni 2009, 12:10
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Reaktion auf Bericht über Einsatz von Nokia-Siemens-Technologie

Der Verband der US-Computerbranche hat sich besorgt über Berichte geäußert, dass die iranische Führung Technik aus Deutschland und anderen Ländern zur Überwachung von Regierungskritikern nutzt. "Das Internet kann ein Mittel sein, um die politische Kommunikation und Beteiligung in einer Demokratie zu fördern", erklärte der Chef der Computer & Communications Industry Association (CCIA), Ed Black, am Montag. Das Internet biete Regierungen aber auch die Möglichkeit, "den Zugang zu Informationen zu kontrollieren, ihre Bürger auszuspionieren und politische Gegner aufzuspüren". Die Berichte über derartigen Missbrauch im Iran mit Hilfe von Technologien aus dem Westen seien "besorgniserregend", erklärte Black.

"deep packet inspection"

Der Verbandschef nannte den Iran als ein weiteres Beispiel dafür, dass bestimmte Technologien wie die Filtermethode DPI ("deep packet inspection") eingeschränkt werden müssten. Die DPI-Technologie ermöglicht es Netzwerkbetreibern oder Regierungen, Daten im Internet zu öffnen und in wenigen Sekunden und damit unauffällig zu durchsuchen.

Twitter und Facebook

Das "Wall Street Journal" hatte am Montag berichtet, die iranischen Behörden überwachten und sammelten anscheinend Informationen mit DPI-Technik, die zumindest teilweise von dem deutsch-finnischen Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens mitgeliefert worden sei. Unternehmenssprecher Ben Roome sagte der Zeitung, die Überwachungstechnik sei Teil eines größeren Vertrags mit dem Iran. Sie werde beim Verkauf von Kommunikationsnetzwerken automatisch mitgeliefert.

Regierungskritiker im Iran nutzen bei stark eingeschränkter Medienfreiheit das Internet, um zu kommunizieren. In sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook verabreden sie Protestveranstaltungen, auf Video-Seiten wie YouTube veröffentlichen sie Aufnahmen von Demonstrationen und dem gewalttätigen Vorgehen der Sicherheitskräfte gegen Demonstranten. (APA/AFP)

 

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