Deutsche Wirtschaft schrumpft heuer um 6,4 Prozent

23. Juni 2009, 11:49
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Die Kosten der Konjunkturprogramms und die wegbrechenden Steuereinnahmen werden das Staatsdefizit weiter steigen lassen

Berlin - Nach einem Schrumpfen der Wirtschaft in diesem Jahr von 6,4 Prozent rechnet das Forschungsinstitut RWI für 2010 mit niedrigem Wachstum und kräftig steigender Arbeitslosigkeit. Die Essener Forscher erwarten in ihrer am Dienstag veröffentlichten Prognose für 2010 ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 0,2 Prozent. Im März hatten sie noch 0,5 Prozent vorhergesagt.

Die Kosten der Konjunkturprogramms und die wegbrechenden Steuereinnahmen werden das Staatsdefizit zugleich weiter steigen lassen: Im nächsten Jahr wird die Defizitquote laut RWI auf 6,2 Prozent nach oben schnellen. Damit würde die im EU-Stabilitätspakt festgelegte Obergrenze von drei Prozent weit überschritten. Auch dieses Jahr werde diese Latte mit prognostizierten vier Prozent klar gerissen.

Zugleich geht das von dem Wirtschaftsweisen Christoph Schmidt geleitete Institut davon aus, dass die Arbeitslosenzahl im Zuge der Krise Ende nächsten Jahres auf rund 4,6 Millionen klettern wird. Bereits Ende 2009 sollen es fast vier Millionen sein.

Stabilisierung im zweiten Quartal

Für das laufende Jahr rechnet das Institut mit einem Konjunktureinbruch um 6,4 Prozent. Im Frühjahr waren die Essener Forscher noch davon ausgegangen, dass die Wirtschaftsleistung nur um 4,3 Prozent zurückgehen würde.

Für das zweite Quartal zeichne sich jedoch bereits eine leichte Stabilisierung ab, da nur noch ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um knapp ein Prozent zu erwarten sei. Zu Jahresbeginn war die deutsche Wirtschaft im Zuge der weltweiten Nachfrageflaute noch um 3,8 Prozent eingebrochen.

Für das kommende Jahr erwartet das Essener Institut einen wieder leicht positiven Wachstumsbeitrag vom Außenhandel. Zudem dürften die Ausrüstungsinvestitionen gegen Jahresende steigen. Allerdings wird sich aus Sicht des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) ein rückläufiger privater Konsum als Konjunkturbremse erweisen. (APA/Reuters)

 

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