Anschläge auf Botschaften vereitelt

24. Juni 2009, 14:27
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Laut Medienberichten - Mehr als 50 Tote bei mutmaßlichen US-Luftangriffen

Stockholm/Islamabad/London - Die pakistanischen Behörden haben laut Medienberichten eine Serie von Bombenanschlägen auf die Botschaften von Schweden, Norwegen, Ungarn, Tschechien, Italien sowie Südafrika vereitelt, wie aus diplomatischen Kreisen in Islamabad am Mittwoch verlautete. Ein Sprecher des Außenministeriums in Stockholm bestätigte diesbezüglich in der Zeitung "Aftonbladet", dass am Wochenende ein Mann mit zwei Tonnen Sprengstoff festgenommen worden sei. Bei mutmaßlichen US-Luftangriffen im pakistanischen Stammesgebiet Süd-Waziristan sind nach Angaben vom Mittwoch etwa 55 Menschen ums Leben gekommen. Aus Geheimdienstkreisen verlautete, der pakistanische Taliban-Führer Baitullah Mehsud sei dabei offenbar nur knapp davongekommen.

Drohnen verfehlten Taliban-Führer knapp

Mehsud habe am Dienstag an einer Trauerprozession in Süd-Waziristan teilgenommen, kurz bevor in der Nähe Raketen eingeschlagen seien, sagten zwei Geheimdienstmitarbeiter. Der Taliban-Führer sei er allerdings schon außer Reichweite gewesen, als die von einem unbemannten Flugzeug abgefeuerten Geschoße eingeschlagen seien. Qari Hussain, ein Vertrauter Mehsuds wies dies zurück. Mehsud habe sich zum fraglichen Zeitpunkt an einem anderen Ort aufgehalten. Hussain räumte ein, dass bei dem Angriff vier oder fünf Taliban-Kämpfer ums Leben kamen. "Die anderen 45 ermordeten Männer waren Dorfbewohner", sagte er.

Wie aus pakistanischen Sicherheitskreisen verlautete, wurden bei den Luftschlägen in Süd-Waziristan Raketen von einer US-Drohne abgeschossen. Dadurch wurde auch ein Gebäude zerstört. Wenige Stunden später feuerte ein weiteres unbemanntes Flugzeug Raketen auf die Trauergäste ab, die den bei dem Angriff zuvor getöteten Taliban-Kommandanten beerdigen wollten. Sechs weitere Menschen seien bei Bombardements der pakistanischen Luftwaffe getötet worden, hieß es. Diesen Angaben zufolge handelt es sich bei den meisten Opfern um Aufständische.

In Süd-Waziristan geht das Militär seit Tagen massiv gegen die Bewegung Tehrik-e-Taliban Mehsuds vor, der enge Verbindungen zu Taliban-Gruppen und Al-Kaida-Terroristen haben soll, die im Nachbarland Afghanistan aktiv sind und die Stammesregion als Rückzugsraum nutzen. Erst am Montag hatten Luftangriffe in der Grenzregion 21 Menschenleben gefordert.

Acht Tote bei Taliban-Angriff

Bei Angriffen der Taliban in der unruhigen Nordwest-Grenzprovinz in Pakistan kamen unterdessen mindestens acht Sicherheitskräfte ums Leben. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, starben drei Polizisten, als Aufständische einen Kontrollposten in der Nähe der Provinzhauptstadt Peshawar mit Raketen beschossen. Im nördlich von Peshawar gelegenen Swat-Tal wurden nach Medienberichten fünf Soldaten getötet und vier weitere verletzt. Die Männer seien in einen Hinterhalt geraten, hieß es. Im Swat-Tal hatte die Regierung bereits Ende April eine Offensive gegen die Taliban gestartet, die sich nach Armeeangaben in der "entscheidenden Phase" befindet. In der Nordwest-Grenzprovinz wurde auch ein mit der Regierung verbündeter Stammesführer getötet.

Der im Zusammenhang mit den Anschlagsplänen auf die ausländischen Botschaften in Islamabad Verhaftete gab laut dem schwedischen Außenministerium an, dass die Vertretungen dieser Staaten wegen ihrer Haltung zu Afghanistan als Ziel ausgesucht wurden. Südafrika stellt allerdings im Gegensatz zu den fünf europäischen Ländern keine Kontingente für die internationale NATO-Afghanistan-Schutztruppe (ISAF). Auch Österreich hat in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eine Botschaft. (APA/dpa/AP/AFP)

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