Keine Haft für Chris Brown nach Angriff auf Rihanna

23. Juni 2009, 11:41
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Rapper muss 180 Tage gemeinnützige Arbeit leisten - Sängerin habe "keine Einwände" gegen den Deal, sagte ihr Anwalt - Mit Video

 Um ein Gerichtsdrama sind US-Rapper Chris Brown und seine frühere Freundin, die Sängerin Rihanna, herumgekommen: Bei einer Anhörung in Los Angeles, die am Montag hunderte Reporter vor das Gerichtsgebäude lockte, gab es kein Zusammentreffen und keine Zeugenaussage zu der Handgreiflichkeit zwischen den beiden Ex-Lovern. Der 20-Jährige kommt an einer Haftstrafe vorbei. Die Anwälte des Hip-Hop-Stars stimmten nach Verhandlungen mit der Staatsanwaltschaft einem Deal zu, der 180 Tage gemeinnützige Arbeit vorsieht.

Brown, der im grauen Anzug und in Begleitung seiner Mutter vor Gericht erschien, muss zudem eine Strafe zahlen, von Rihanna Abstand halten und an einem Programm für Täter häuslicher Gewalt teilnehmen. Außerdem darf sich der Musiker fünf Jahre lang nichts zuschulden kommen lassen. Bei Verletzung der Auflagen drohen ihm vier Jahre Haft.

Mit Aussicht auf Strafmilderung hatte sich Brown der Körperverletzung schuldig bekannt. Richterin Patricia Schnegg hielt dem "Kiss Kiss"-Sänger zugute, dass er damit "Verantwortung" für sein Verhalten übernommen habe. Sie würde dem prominenten Angeklagten aber keine Vergünstigungen einräumen. "Ich will, dass Herr Brown wie jeder andere Angeklagte behandelt wird, der hier vor Gericht erscheint", sagte Schnegg. Der Rapper müsse bei der gemeinnützigen Arbeit beispielsweise auch Müll aufsammeln und Graffiti entfernen.

Wutausbruch

Die Einigung erfolgte kurz vor der erwarteten Aussage Rihannas (21), die zwar im Gerichtsgebäude, nicht aber im Saal anwesend war. "Sie war ganz darauf eingestellt, auszusagen", teilte Rihannas Anwalt Donald Etra später mit. "Sie hätte wahrheitsgemäß erzählt, was sich in besagter Nacht abspielte". Durch die Anhörung sollte festgestellt werden, ob genug Beweise vorliegen, um Brown den Prozess zu machen.

Laut Polizeibericht war die Sängerin bei dem Streit nach einem Partybesuch im Februar am Vorabend der Grammy-Gala im Gesicht verletzt worden. Ein Polizeifoto zeigte die Karibik-Schönheit mit geschwollenem Gesicht und blutiger Lippe. Brown soll sie mehrfach geschlagen, gegen eine Autoscheibe gedrückt und sie in Finger und Ohr gebissen haben. Es sei Blut in ihrem Gesicht und auf ihrer Kleidung gewesen, notierte ein Beamter. Zudem drohte Brown bei dem nächtlichen Wutausbruch während einer Autofahrt angeblich damit, sie töten zu wollen.

Wochen später wurden die beiden wieder Seite an Seite gesichtet, die Boulevardpresse spekulierte über eine mögliche Versöhnung. Doch jetzt müssen die Streithähne per Gerichtsbeschluss Abstand voneinander halten. Knapp 50 Meter, ordnete Schnegg für eine Zeitspanne von fünf Jahren an, berichtete die "Los Angeles Times". Rihannas Anwälte baten die Richterin um eine kürzere Distanz, mit der Begründung, die Sängerin würde bei öffentlichen Veranstaltungen häufig auf Brown treffen. In diesem Fall reichten knapp zehn Meter, ließ sich Schnegg erweichen. "Danke schön, Euer Ehren", waren Rihanna einzige Worte im Gericht, als die Richterin der Sängerin das Strafmaß erklärte. Brown hatte den Saal da bereits verlassen.

Alle Beteiligten wirkten nach dem Gerichtstermin erleichtert. Rihanna habe "keine Einwände" gegen den Deal, sagte ihr Anwalt. Star- Jurist Mark Geragos, der schon Michael Jackson und Winona Ryder verteidigt hat, beschrieb Brown als "ein Kind, das nie zuvor in Schwierigkeiten steckte". Sein Mandant wolle deutlich machen, das häusliche Gewalt nicht akzeptabel ist, und er wolle sein Leben und seine Karriere wieder auf den richtigen Weg bringen. (APA/dpa)

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