"Regenspeicher Boden" senkt Überschwemmungsgefahr

23. Juni 2009, 11:29
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Nackter Fels kann bei Niederschlägen kein Wasser aufnehmen - Verdichteter Untergrund verhält sich ähnlich

Gesunde Böden - und Waldböden in besonderem Maße - können die Überschwemmungsgefahr an Bächen, Flüssen und Strömen erheblich senken. Im Gegensatz zu nacktem Fels sind humusreiche Böden in der Lage große Menge Wasser aufzunehmen. Ohne diese Speicherkapazität wäre beispielsweise Innsbruck völlig unbewohnbar, sind Experten der Universität für Bodenkultur überzeugt.

Die Frage, wie viel Wasser "der Boden" aufnehmen kann, ist auch für Wissenschafter nicht generell, sehr wohl aber lokal sehr genau zu beantworten. Allgemein geht man davon aus, dass gesunde Böden einen durchschnittlichen Volumsanteil an Poren von rund 50 Prozent haben. Davon sind etwa 15 bis 30 Prozent Grobporen mit einem Durchmesser von mehr als 0,01 Millimeter, der Rest Feinporen. Letztere sind für die Speicherfähigkeit des Bodens an Wasser verantwortlich, sie nehmen Flüssigkeit auf und halten sie auch.

Die Grobporen dagegen sind leitend, das heißt ,das Wasser rinnt der Schwerkraft folgend durch sie hindurch und gelangt so durch die mehr oder weniger mächtige Bodenschicht ins Grundwasser. Erst wenn etwa bei starkem Regen oder bei der Schneeschmelze Abfluss- und Speicherkapazität erschöpft sind, fließt das Wasser oberirdisch ab und sucht sich - sofern es kann - den nächsten Weg zu einem Bach oder Fluss.

Problematisch wird es, wenn Böden - beispielsweise durch den Einsatz von Landmaschinen - so weit verdichtet sind, dass der Porenanteil unter 20 Prozent sinkt. Dann verliert der Untergrund seine Aufnahmefähigkeit für Flüssigkeit, es bildet sich rasch sogenanntes Stauwasser. Dazu kommt, dass viele Böden ihre natürliche Funktion nicht mehr erfüllen können, weil sie mit Asphalt oder Gebäuden "versiegelt" wurden. (APA)

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