Polygamie in Türkei: Finanzmacht für Erstfrau

23. Juni 2009, 11:10
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Nach neuem Tarifvertrag für Kommunalbeschäftigte im Südosten des Landes kann zweite Ehefrau für den Mann nun teuer werden

Istanbul - Kommunalbeschäftigten im südosttürkischen Diyarbakir kann eine zweite Ehefrau künftig teuer zu stehen kommen. Ein Tarifvertrag, den die Verwaltung im Stadtbezirk Yenisehir mit ihren Beschäftigten abgeschlossen habe, gebe bei einer Mehrehe der ersten Frau das letzte Wort in Finanzfragen, berichteten türkischen Zeitungen am Dienstag.

Die Mehrehe ist in der Türkei gesetzlich verboten, aber in einigen Landesteilen dennoch recht weit verbreitet. Der Mann kann seine zweite Frau in einer rein religiösen Zeremonie heiraten.

Wenn sich die erste Frau über die Zweitehe beschwere, werde ihr nun das Gehalt des Mannes ausgezahlt. Sollte der Ehemann dann ohne ihre Zustimmung aufhören zu arbeiten, verliere er auch Sozialleistungen wie seine Pension und die Krankenversicherung. Auch wenn der Mann Frau und Kinder schlage, kann das Gehalt nach der Regelung direkt an die Familie ausgezahlt werden.

Gegen den neuen Tarifvertrag soll es dennoch keine Einwände gegeben haben - wohl deshalb, weil er auch eine Gehaltssteigerung von 14 Prozent vorsieht. (APA/dpa)

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