ÖBB sperrt kritische Internetseite für Mitarbeiter

23. Juni 2009 08:14
  • Artikelbild
    grafik: archiv

Bahn: Hat nichts mit dem Inhalt der Seite zu tun - Reges Interesse an dem Forum

Nach einem Inseratenboykott im Jahr 2006 gegen ausgewählte Zeitungen wegen deren Berichterstattung geht die Bahn nun wieder gegen eine kritische Medienplattform vor. Der Zugang zur Internetseite www.bahnforum.info wurde für Mitarbeiter im ÖBB-Datennetz gesperrt, bestätigte die Bahn auf APA-Anfrage. Dies habe aber keinesfalls etwas mit dem Inhalt der Seite zu tun, sondern dass es nicht erwünscht sei, dass Beschäftigte ihre Arbeitszeit mit privaten Surfen verbringen.

Kritik

Im Forum der Internetplattform ist jedenfalls wenig Gutes über die Staatsbahn zu lesen. Die Ausführungen der Forumsmitglieder deuten darauf hin, dass es sich um Personen handelt, die mit dem Bahnwesen im allgemeinen und den ÖBB im speziellen sehr gut vertraut sind. Auch ist das Interesse an dem Forum durchaus rege.

Inserate

2006 hatte der damalige Bahnchef Martin Huber die Zeitungen "Die Presse", "Der Standard", "Salzburger Nachrichten" und "WirtschaftsBlatt" mit einem Inseratenbann belegt, nachdem diese über Differenzen zwischen dem Holding-Chef und ÖBB-Personenverkehrschefin Wilhelmine Goldmann berichtet hatten. Huber begründete den Boykott damals mit mangelnder Qualität in der Berichterstattung. (APA)

Link

bahnforum.info

WebStandard Twitter-Channel:

http://twitter.com/webstandardat

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 187
1 2 3 4 5
El Coyote
26.06.2009 17:35
Rettet die Ybbstalbahn !

http://www.ybbstalbahn.at/

opinio nana var. propria
25.06.2009 13:52
Und warum greift man sowas nicht bei der Justiz auf?

Bis zu dem Zeitpunkt, zu dem ich das Geschäft zur Gänze verstanden hätte, wäre so viel Zeit vergangen, dass sich die Deutsche Bank jemand anderen gesucht hätte. (Martin Huber (Ex ÖBB Vorstand) auf die Frage, warum unter seiner Führung Millionen Euro in den Sand gesetzt wurden)

Da gibt jemand zu, daß ihm dran gelegen war, daß ER und NUR ER das Geschäft macht. Warum wohl?

Alexander Reiter
24.06.2009 21:37
Untertreibung des Monats ...

bahnforum.info ist ungefähr in dem Maße ÖBB-kritisch wie Martin Humer eine kritische Meinung gegenüber Pornographie vertritt. Im Ernst: Völlig pathologisch was da abgeht.

WilWil
24.06.2009 12:05
wenn alle unternehmen so denken würden, wär das standard forum tot. :-)

Walter Scholz
24.06.2009 11:34
Wenn Mitarbeiter nichts über Mißstände lesen

dann bemerken sie diese auch nicht.
So die reichlich naive Logik eines Unternehmens, welches hauptsächlich darum bemüht ist, die Fassade aufrecht zu erhalten.
Die ÖBB-Führung sieht sich mehr der Politik als den eigenen Mitarbeitern verpflichtet und da lautet die Devise anscheinend: "Nur kein Aufsehen und weiterwurschteln wie gehabt".
Hinter der Kulisse brodelt es jedoch gewaltig, das Forum ist nur eine Folge davon.
Spätestens wenn die nächsten 800 Mio Euro aus Steuergeldern niemand mehr schönreden kann, werden einige Herren den absaufenden Kahn noch rechtzeitig und trocken verlassen, der große Rest wird dann wohl (teil-)privatisiert, (weg-)rationalisiert oder bestenfalls (früh-)pensioniert.

russeau71
24.06.2009 10:45
ÖBB

schön, dass es noch Konzerne gibt, die Unfähigkeit² beschäftigen;)

knievel
24.06.2009 10:44
na und?

es hat wohl auch keiner damit in der arbeit zu tun oder?

wenns in der firma nicht funktioniert mit der selbstkontrolle beim surfen während der arbeit sollte die öbb gleichmal alles sperren was für die entsprechende tätigkeit nicht relevant ist.

bei aller berechtigter kritik versteh ich die aufregung hier nicht so ganz...

urban-a
urban-a
24.06.2009 09:29
ja

tolle kommunikationsart

jetzt kennt es auch der letzte mitarbeiter und dann surfens halt zu hause zum kritischen inhalt...

natoll
24.06.2009 10:40

was die daheim machen ist ihr bier. in der bezahlten arbeitszeit ist das klarerweise anders.

urban-a
urban-a
24.06.2009 10:42
tja

nur das kommt dabei raus wenn ein unternehmen so denkt
pflegt ein unternehmen eine offene kommunikationskultur und transparenz, dann sorgt das nachhaltig für eine bessere einstellung der mitarbeiter zu ihrem unternehmen und das tragen sie dann auch in die öffentlichkeit

seh
24.06.2009 12:43
ja das gilt für Privatbetriebe


aber nicht für den geschützten Bereich.

urban-a
urban-a
24.06.2009 12:50
ja

leider haben die's noch nicht kapiert...

Ingrid Goeschl1
24.06.2009 08:49
Unabhängig von meiner Einstellung zur ÖBB finde ich es absolut verständlich,

wenn ein Arbeitgeber Internetseiten sperrt, die für die Arbeit nicht relevant sind.

Es steht ja jedem frei, daheim auf diesen Seiten zu surfen.

Michail Bakunin
 
24.06.2009 11:18

Es gibt im Standardforum offensichtlich seeeeehr viele Arbeitslose. Wieviele lesen den Artikel denn gerade wie ich in ihrer Arbeitszeit und posten hier fleißig - darüber, dass man das gefälligst privat zu Hause machen soll? Immer 8-10 Stunden konzentriert, nie ne Rauchpause eingelegt? Brav.

misterspok
 
24.06.2009 09:24
da müssten die aber viele, ja fast alle, seiten sperren.

Dominik H.
24.06.2009 09:33
Wär ev.

eh besser so... übrigens: fangen's bei Swarovski an arbeiten und Sie werden staunen, was sie zum Surfen bekommen als normaler Mitarbeiter... gar nichts! Der Anschluss muss gerechtfertigt werden und wird dann auch noch schon brav geloggt, was man tut...

DerMarkus2
24.06.2009 09:50
wird dann auch noch schon brav geloggt, was man tut

ich glaube, dass darf man rechtlich garnicht

Seminole Eagle Chief
24.06.2009 10:24

doch, wenn der Mitarbeiter oder der Betriebsrat sein Einverständnis gibt.

andreas lamers
 
24.06.2009 10:14
Proxyloggs

Muss man sogar und das wird entweder vom ISP oder von der IT an die Polizei abgegeben. (BZW ans Arsenal) ist ein etwas aelteres Gesetz und bedeutet Beihilfe zu einer Straftat. Sollte ein Mitarbeiter illegale Seiten aufrufen ist die Geschaeftsleitung ebenfalls haftbar. Ganz davon abgesehen das die Behoerde ja dann wissen will welcher Mitarbeiter von 20 000 Leuten die kleinen Kinder sich angesehen hat. (Rechtsrdikale Sachen sind zwar auch verboten, aber da kann man vermutlich mit Verstaendniss rechen zumindest von einigen nicht naeher genannten)

Deleatur1070
24.06.2009 05:03
ÖBB jein – Bahnforum nein

fehlendes Wort im Posting zuvor ("Freud'scher"?): "in jenem Forum durchaus KOMPETENTER Poster"

hellfast
24.06.2009 03:53

ja danke, öbb. heut wieder am bahnsteig praterstern umsonst gewartet (keine durchsagen oder brauchbaren anzeigen). halt in die U1 umgestiegen, rest mit dem auto.

Nachtsonne
24.06.2009 07:43
"SCOTTY mobil können Sie auch ganz einfach am Handy installieren.

Einfach scottymobil.oebb.at im Browser am Handy aufrufen!" oebb.at

Rene Stangeler
24.06.2009 12:22
Vielleicht können sie sichs ja nicht vorstellen,

aber es soll noch Leute geben die nicht per Handy ins i-net gehen können oder gehen wollen. Oder vielleicht ihr Downloedvolumen nicht verplempern wollen nur weil die ÖBB nicht in der Lage sind eine simple Lautsprecherdurchsage zu machen.

werwolfi
24.06.2009 01:57

"Huber begründete den Boykott damals mit mangelnder Qualität in der Berichterstattung."

noch so ein verrückter der glaubt, medien dürften immer nur ihm genehme hofberichterstattung betreiben...

diese verzerrte rezeption seiner eigenen wichtigkeit disqualifiziert ihn eigentlich von vorne herein für einen solch verantwortungsvollen posten - aber das kommt davon, wenn man staatsnahe managements nach proporz mit günstlingen besetzt.

Tschuri Cazzino
 
24.06.2009 07:57
Abgesehen davon, dass Huber ein inkompetenter

Günstling ist, der das Unternehmen schwer schädigte, ist es eigentlich selbstverständlich, dass betriebsschädliche Berichterstattung nicht noch subventioniert wird. Das Problem ist nicht ein Inseratenboykott, sondern, dass Huber konstruktive Kritik bzw. die Aufdeckung seiner Macheloites als Majestätsbeleidigung empfand.
Aber klar, was soll einer tun, der eigentlich, um das Unternehmen vor weiterem Schaden zu schützen, sofort selbst kündigen müsste, und doch nicht auf seine Millionengage verzichten will? Das war Hubers Dilemma.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 187
1 2 3 4 5

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.