Klimaerwärmung: Zu viel Hitze im Gefecht

22. Juni 2009, 18:47

Was passiert, wenn Wissenschafter zu Dogmen-Verkündern mutieren - Von Christoph Matulla, Hans von Storch und Nico Stehr

Was passiert, wenn Wissenschafter zu Dogmen-Verkündern mutieren. - Klimaforscher müssen nun die eigene Vorgabe von zwei Grad Erderwärmung bis 2100 nach nur zwei Jahren als unrealistisch verwerfen. 

***

In den letzten Jahren spielte die Zahl 2 in der Klimaforschung, den Medien, in den Reden von Politikern bis tief hinein in die Gesellschaft eine bedeutende Rolle. Eine Gruppe von öffentlich sehr wirksamen Klimaexperten vertrat die Ansicht, wenn die globale Erderwärmung bis Ende dieses Jahrhunderts auf 2 Grad beschränkt werden könnte, blieben dem Planeten erhebliche Katastrophen erspart. Falls dies nicht gelänge, wären etwa Migrationsbewegungen unerhörten Ausmaßes, überbordender Terror und die Verödung gegenwärtig fruchtbaren Bodens in großem Maßstab die Konsequenz.

Zuerst stellt sich die Frage, wie es zu der Zahl 2 kam. Tatsächlich lassen sich unserer Ansicht nach nicht die oben geschilderten Katastrophen in einen strikten kausalen Zusammenhang mit einer Erderwärmung von 2, 2.1 Grad oder 4 Grad bringen. Vielmehr kommen die 2 Grad aus dem deutschen Wissenschaftlichen Beirat für globale Umweltfragen WBGU. Die dort aktiven Klimaexperten sind jetzt auch in Brüssel beim Alarmschlagen dabei. Tatsächlich scheinen die 2 Grad jene Temperaturzunahme zu sein, mit der "mindestens" am Ende des 21. Jahrhunderts zu rechnen ist. Die 2 Grad sind eine politische Zahl, keine wissenschaftliche, selbst wenn sie von Wissenschaftern zur Leitlinie erklärt worden ist. Nun muss diese Zahl (wenig erstaunlich) als zu optimistisch verworfen werden.

Weshalb aber werden von manchen Klimaexperten unrealistische Zielvorgaben zum Dogma erhoben, aus dem sich Handlungsanleitungen für die Regierungen und die gesamte Staatengemeinschaft (diverse Protokolle) ableiten sollen? Bestimmt kann nicht allen diesen Experten unterstellt werden, sie hätten von der Aussichtslosigkeit des "2-Grad-Zieles" nichts gewusst. Eine mögliche Antwort bestünde darin, dass unrealistische Ziele vorgegeben werden, um im wahrscheinlichen oder gar sicheren Falle deren Nichterreichung die Öffentlichkeit erneut zu alarmieren und zu größeren Anstrengungen anzuhalten.

Wir denken, dass ist der falsche Weg. Zunächst wird durch solches Vorgehen der Klimawandel an sich nicht ausreichend ernst genommen. Klimawandel findet statt und wird sich in den kommenden Jahrzehnten beschleunigt entfalten. Darauf stellt sich die Gesellschaft am besten mit mittel- bis langfristig angelegten Gegenmaßnahmen ein. Je mehr die Emissionen eingeschränkt werden können, umso geringer wird der Klimawandel ausfallen. Aber er wird nicht zum Stillstand kommen, und die Verminderung der Verletzlichkeit muss hohe Priorität in der öffentlichen Agenda bekommen.

Daher ist ein Aktionismus, der alle paar Jahre in einem unbestimmten Katastrophenalarm kumuliert, kontraproduktiv. Ein derartig kurzsichtiges Vorgehen untergräbt auch internationale Abkommen - da sie dieser Philosophie folgend schon nach wenigen Jahren hinfällig sind. Zuletzt ist zu befürchten, dass so die Klimaforschung das in sie (zu Recht) gesetzte Vertrauen verliert. Angesichts der tatsächlich vor uns liegenden Anpassungs- und Vermeidungsmaßnahmen wäre das ein kapitaler Schaden.

Mit Alarmismus und dem Schüren von Hysterie erweist man der Sache einen Bärendienst. Irgendwann werden sich auch die gutmütigsten Menschen, die ihren Abfall trennen, energiesparende Glühbirnen verwenden, bewusst saisonal und regional einkaufen und zumeist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, fragen, was sie denn noch beitragen können, um ihre Schuld am Verfehlen des 2-, 2.5-, 3-Grad-Zieles verringern zu können. Teilnahmslosigkeit könnte mittelfristig ein Resultat des Alarmismus sein. (Christoph Matulla, Hans von Storch, Nico Stehr, DER STANDARD, Printausgabe, 23.6.2009)

Zur Peson

Christoph Matulla leitet die Klimamodellierung am österreichischen Wetterdienst (ZAMG) und ist derzeit Lektor an der Uni Wien;

Hans von Storch ist Direktor des Instituts für Küstenforschung (GKSS) und Professor am Meteorologischen Institut der Uni Hamburg;

Nico Stehr ist ein deutscher Kulturwissenschafter und Inhaber des Karl-Mannheim-Lehrstuhls für Kulturwissenschaften an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 26
1 2
carbonara
00
19.10.2009, 23:13
Die heutigen Hausnummern lauten ....

flaute
00

liebe ölpropaganda und angebliche wissenschaftler die diese (vllt unbemerkt) darin unterstützen weiterhin noch reicher durch ungebremsten CO2-ausstoß zu werden,

hinter dem thema klimawandel zu vermuten, es könnte sich insgeheim um "bloß noch eine katastrophenprophezeihung" handeln, ist verständlich, wenn man wenig ahnung hat. dann sieht es so aus. fakt ist aber, dass die temperatur-kurve mit der co2-kurve korreliert.
anschaulicher: man kann nicht die gesamte angesammelte zu kohle und erdöl gewordene biomasse aus millionen von jahren entstehungszeit in 200 jahren in einem gigantischen feuerwerk von automarken und auspüffen verbrennen ohne gewisse konsequenzen für unsere atmosphäre zu erwarten.

Klaus Ermecke
 
00
Zwei Fehleinschätzungen

1. Derzeit steigt in Deutschland ständig der Gasverbrauch, weil die Politik wie verrückt Windmühlen fördert, und die Energiewirtschaft Schattenkraftwerke braucht, um die Windschwankungen auszubalancieren. Aber nur Gasturbinen lassen sich schnell genug anfahren, um schnell genug reagieren zu können. Insbesondere die Russen freuen sich königlich über den deutschen Windmühlenwahn.

2. Wenn Sie eines Tages Ahnung haben wollen, dann lesen Sie zum Thema CO2-Historie die wissenschaftlichen Arbeiten von Jaworowski, Segalstadt, Beck und Friederike Wagner. Wenn Sie das alles verstanden haben, werden Sie einsehen, daß die Behauptung vom "niedrigen vorindustriellen CO2-Luftanteil" nicht stimmt.

ela vie
00
24.6.2009, 11:34
klimawandel findet sowieso statt

und lässt sich nicht vermeiden. der mensch ist nur ein beschleuniger in der ununterbrochenen weiterentwicklung und veränderung des universums.

F S 3
24
24.6.2009, 11:24
Bravo! Endlich mal eine Stimme der Vernunft in diesem unsäglichen Glaubenskrieg…

…Und schon wieder ein anerkannter Wissenschafter, der diesen verordneten KULT-Konsens Lügen straft.

;-)
Aber das FS3 ist sich fast sicher, daß irgendjemand der ehrenwerten KULT-Anhänger bald herausfinden wird, daß Hr.Matulla voriges Jahr einen Benzingutschein geschenkt bekommen hat…

Carcharodon
 
01
30.6.2009, 17:44
Ham's den Artikel wirklich gelesen, wertes F S 3 ;-)?

Sie sind doch der Meinung, es gibt keinen menschengemachten Klimawandel - die Autoren stimmen da nicht so ganz mit Ihnen überein, glaub' ich...

velvet80
42
24.6.2009, 11:08
also das ist ja wirklich ein Schmarrn sondergleichen

immer wenn die Leute nicht willens sind etwas zu ändern wird die "Anpassungskeule" hervorgeholt.

irgendwo muss man ja eine Zielvorgabe machen - die 2 Grad sind ein absolut guter Konsens. Ohne Zielvorgabe erreichen sie Gleichgültigkeit bei den Menschen viel eher als mit Alarmismus. Ziele führen zu einer Fokussierung.

Ohne Ziel dahinwurschteln - das soll besser sein? Da schert sich niemand mehr, auch nicht um die Anpassung.

Und dass in den letzten 2 Jahren seit IPCC die Wissenschaftler Prognosen "revidieren" mussten ist jawohl, naja mit Verlaub, ein Schw*chsinn. Diese Szenarios gelten immer noch und wurden weiter untermauert.

z.B.
http://arxiv.org/ftp/arxiv... 804.1126.p

velvet80
10
24.6.2009, 11:27
http://arxiv.org/abs/0804.1126

sollte funktionieren

th004900
 
31
22.6.2009, 21:31
Das Thema Klimawandel ist zu ernst für Verharmlosungen und Fehleinschätzungen

Dabei geht es um viele Menschenleben! Die Hitzewelle in Europa im Sommer 2003 hat über 30.000 Menschenleben gekostet (Kosatsky, T., The 2003 European heat waves. Euro Surveillance, 2005. 10: p. 148-149). Die Weltgesundheitsorganisation schätzt in einer Studie, dass der Klimawandel derzeit für jährlich rund 150.000 zusätzliche Todesopfer verantwortlich ist, vor allem in Afrika.

Mein Apell: zeigt Verantwortung, verwendet korrekte und seriöse Argumente und führt keine Diskussion auf niedrigem Niveau. Wir alle, vor allem aber unsere Kinder und Enkel, könnten dafür einen hohen Preis bezahlen!

Fact-Sheet Klimawandel: http://www.pik-potsdam.de/~stefan/P... _sheet.pdf

Surftipp: http://www.ozean-klima.de/

. Diogenes
05
23.6.2009, 12:32
Angeblich 30.000 Hitzetote

Gibt es eigentlich auch seriöse Berechnungen wieviele
Menschen aufgrund der milden Winter die wir ja
zweifellos auch hatten, NICHT erfroren sind? Die
müßte man ja eigentlich gegenrechnen.

flaute
20

dann is es ja eh in ordnung, wenn leute im winter nicht erfrieren? dann kann sich das klima ruhig drastisch ändern?
unfassbar...

Erzpiefke
 
13
23.6.2009, 09:19
Das Thema Klimawandel ist eine Plattform für Hetze und Fehleinschätzungen

Es ist an der Zeit dieser schädlichen Propaganda mit voller Wucht entgegen zu treten.

Klaus Ermecke
 
22
22.6.2009, 23:55
Makabre Propaganda mit Toten

Im Jahr 2003 sind in Europa pro Jahreszeit ungefähr 2,24 Millionen Menschen verstorben. Die Behauptung, davon gingen 30.000 auf das Konto "Hitzewelle", ist zunächst einmal lediglich Spekulation, da in Totenscheinen wohl kaum "Hitzewelle" als Todesursache vermerkt wird. Die Behauptung, in Afrika gäbe es pro Jahr 150.000 zusätzliche Todesopfer durch "Klimawandel", ist m.E. nichts als verabscheuungswürdige Propaganda.

th004900
 
32
23.6.2009, 09:19
Ist schon recht, Herr Wirtschafts- und Strategieberater

Der Hinweis allein auf
http://www.klaus-ermecke.de/research/... earch.html
http://hallolinden-db.de/files/200... eratur.pdf
http://www.eike-klima-energie.eu/uploads/m... 1047-1.pdf
reicht aus, um zu erkennen, welche Motive hinter Ihrer Argumentation stecken. Aus diesem Grund erübrigt sich eine sachliche Beantwortung.

Klaus Ermecke
 
01
25.6.2009, 08:59
Da haben Sie aber Glück gehabt ...

... denn so merkt niemand, daß Sie gar keine Argumente haben!

th004900
 
11
25.6.2009, 16:08
Ach ja - diese Phrasendemagogie

Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen; aber manche haben halt keine Bedenken, dies mit leerem Kopf zu tun.

Klaus Ermecke
 
00
keine Bedenken

Wie gut, daß hier so lange Zeit nach dem Erscheinen niemand mehr hereinschaut, sonst könnten Sie vielleicht noch Leser für einen blasierten Wichtigtuer halten.

F S 3
14
24.6.2009, 11:07
:) Für jemanden der an einem "Lovely-Days" Musik-Festival unterwegs ist, nehmen sie die…

…Tastatur recht voll.

Fällt ihnen noch irgendetwas Anderes ein, als die abgedroschene Leier von angeblicher "Ölkulti"-Unterstützung und adhominem Vorwürfen?

th004900
 
21
24.6.2009, 12:32
Danke für Ihren freundlichen Hinweis


ich selbst würde es nämlich aus Eigenem nicht in den Mund nehmen, dass ich im Interesse meiner (und auch Ihrer) Kinder und deren Nachkommen alles für eine lebenswerte Welt und Umwelt unternehme, sondern auch Musik-, Kunst- und Kulturliebhaber bin.

Quidquid agis prudenter agas et respice finem.

Klaus Ermecke
 
12
25.6.2009, 09:03
Im Interesse Ihrer und meiner Kinder ...

... sollten Sie schnell aufwachen und erkennen, daß der Klima-Alarm naturwissenschaftlicher Nonsense ist und die Gefahr im völlig Ruin unseres Wohlstandes liegt - bis auf ein paar Profiteure, die sich in diesem im Aufbau befindlichen neuen System die Taschen füllen.

Klimawahn bedeutet in der Konsequenz die Aufgabe der Freiheit und die Steuerung aller möglichen Lebensbereiche und ganzer Wirtschaftszweige durch ideologische Zirkel.

F S 3
23
24.6.2009, 14:26
:))) @…Kultur…

…und deshalb posten sie wohl u.a. auch zu "Starmania"?

th004900
 
11
25.6.2009, 02:26
Aber sicher

Für Jeden, der Rückgrat hat und sich einen Weitblick verschaffen will, ist es eine Selbstverständlichkeit, sich mit Vielem, vor allem aber mit schönen und interessanten, aber auch einfachen Themen zu beschäftigen, Vieles zu sehen, eine Menge zu übersehen und ab und zu ein paar Sachen zu korrigieren.

Zwischen Hochmut und Demut besteht doch ein "kleiner Unterschied". Wer nicht lebt und sich zu groß fühlt, um auch auf kleinen Schönheiten zu werfen, ist zu klein, mit großen Aufgaben betraut zu werden.

Burghard Schmanck
23
22.6.2009, 19:51
einseitige Warnung

Gewiß ist die Warnung vor Klima-Alarmismus berechtigt. Sie ist nur unvollständig. Zum einen wird seit rund 8 Jahren keine weitere globale Erwärmung mehr gemessen. Sie findet nur noch in Computermodellen statt und deren Prognosewert tendiert eher gegen Null.
Zweitens melden Medien und Wissenschaftler zunehmend globale Kühlung http://www.schmanck.de/primaklima.html .
Drittens existiert immer noch keine physikalische Beweisführung für anthropogenes CO2 als Erwärmungsursache. Die Falsifizierung dieser Hypothese durch die Physiker Gerlich und Tscheuschner http://www.schmanck.de/Klima.html
erfährt zwar heftigen Widerspruch, bleibt aber weiterhin unwiderlegt.
Was also wird sein, wenn in den nächsten Jahren die Temperatur weiterhin fällt?

velvet80
30
24.6.2009, 11:12
zuerst lesen, dann denken, dann schreiben

es kommt drauf wie sie Mittelwerte machen - Klima ist nicht Wetter.

z.B.

"Here we show that periods of no trend or even cooling of the globally averaged surface air temperature are found in the last 34 years of the observed record, and in climate model simulations of the 20th and 21st century forced with increasing greenhouse gases. "


http://www.agu.org/pubs/cros... 7810.shtml

AlK
40
23.6.2009, 10:45

über einen zeitraum von nur 8 Jahren ist der temperaturverlauf stark von kurzfristigen zufallsschwankungen geprägt. eine gesicherte aussage über den klimatrend kann man aus einem so kurzen zeitraum nicht ableiten. ein 8-jähriger trend schwankt stark je nach gewähltem anfangsjahr. da finden sie sogar mehrere in den letzten dreißig jahren, die nach unten zeigen

ihre Aussage ist etwa so clever, als würden sie das kommen des sommers anzweifeln, weil es im verlauf der letzten woche kühler geworden ist

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