Vivat Academia

22. Juni 2009, 18:59
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Martin Graf ist "stolz, ein Aushängeschild des akademischen rechten Lagers zu sein"

Herr Martin Graf ist "stolz, ein Aushängeschild des akademischen rechten Lagers zu sein" , sagte er in seiner Rede vor dem großen Burschenschaftertreffen in Innsbruck. Darf man daraus schließen, dass Graf auch die große antidemokratische, antihumanitäre und antisemitische Tradition des rechten akademischen Lagers schätzt?

Die Pöbeleien der "nationalen" Studenten gegen jüdische und/oder liberale Professoren, das Wegprügeln von jüdischen Studenten von den Universitäten in den Dreißigerjahren? Oder auf die Tatsache, dass das "rechte akademische Lager" natürlich ein Reservoir für Nazi-Eliten war? Das "rechte akademische Lager" hat in der österreichischen Geschichte eine durchgehend unheilvolle Geschichte gespielt, ganz zu schweigen davon, dass "völkisches Bewusstsein" fast immer mit akademischer Mittelmäßigkeit gepaart war (und ist). Darauf kann man schon stolz sein, wenn man Dritter Nationalratspräsident ist, und noch stolzer können die beiden Waschlappen-Parteien SPÖ und ÖVP sein, die diesen Vertreter akademischer Exzellenz auf diesen Posten gewählt haben und nicht wegbringen (wollen).  (Hans Rauscher, DER STANDARD, Printausgabe, 23.6.2009)

 

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