Hotelprojekt "Villa Trapp" endgültig abgelehnt

22. Juni 2009, 19:12
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Betreiber wollen ohne Einzelbewilligung weitermachen - Land Salzburg plant eigenes "Sound of Music"-Museum

Salzburg - Der Plan, im ehemaligen Wohnhaus der durch den Film Sound of Music weltberühmt gewordenen Familie Trapp ein Frühstückshotel einzurichten, ist gescheitert. Der Verwaltungsgerichtshof hat einen entsprechenden Beschluss des Gemeinderates der Stadt Salzburg bestätigt.

Die "Missionäre vom kostbaren Blut" als Liegenschaftseigentümer haben mit der Trapp GmbH als Betreiberin des Projektes beim Verwaltungsgerichtshof Beschwerde gegen den ablehnenden Bescheid eingebracht. Sie argumentierten, dass nach dem ursprünglichen Amtsvorschlag ein positiver Bescheid zu erwarten gewesen wäre. Das Nein der Stadt im Umwidmungsverfahren sei nur auf Druck der Anrainer zustande gekommen und nur politisch motiviert. Viele Bewohner im Salzburger Stadtteil Aigen hatten eine regelrechte Touristeninvasion rund um die Trapp-Villa befürchtet.

Nebenwirkungen

Das Gericht folgte der Argumentation der Politik: Die Stadt habe zu Recht auf "wahrscheinlich zu erwartende Nebenwirkungen" Bedacht genommen. Man habe sich dabei auf Aussagen der Projektbetreiber gestützt, die ein Besucherpotenzial von 300.000 Gästen pro Jahr prognostiziert hatten. Diese wären nötig, da das Hotelprojekt allein nicht rentabel sei.

Marianne Dorfer von der Trapp GmbH will sich der Entscheidung nicht so einfach beugen. Im Standard-Gespräch kündigt sie an, die Vermietung von 14 Zimmern und auch die Organisation kleinere Hochzeiten weiterzuführen. Ihrer Meinung nach sei dafür "keine Einzelbewilligung" notwendig, da dies der bisherigen Nutzung des Objektes entspreche.

"Sound of Music"-Fanzone

Anderenorts setzt man ebenfalls auf die touristische Strahlkraft von "Sound of Music". Das Land Salzburg möchte ein eigenes Museum zu dem Thema. Das "Sound of Music"-Zentrum soll bis 2011 am Gelände von Schloss Hellbrunn errichtet werden. (Thomas Neuhold/DER STANDARD-Printausgabe, 23.6.2009)

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